Wie im letzten Buchtipp angekündigt, habe ich noch mehr Empfehlungen von John Lewis-Stempel parat. Während in seinem neuesten Buch (s. hier) der Lebensraum Wald im Mittelpunkt steht, handelt das Vorgängerbuch „Ein Stück Land: Mein Leben mit Pflanzen und Tieren“ von einer Wiese und all den Lebewesen, die in oder mit ihr Leben. Dazu gehört auch der Autor und dieses Verhältnis beschreibt er in gewohnt wundervollen Worten. Selten habe ich Naturbeobachtungen so treffischer und amüsant gelesen. Lewis-Stempel ist nicht ohne Grund ein mit vielen Preisen ausgezeichneter Meister seines Handwerks.

Schon der Klappentext weckt mit den Worten: „Der englische Landlord John Lewis-Stempel erzählt von einer Wiese. Sie gehört zu seinem Hof Trelandon in Herefordshire an der Grenze zu Wales. Mit fesselnd genauer Beobachtungsgabe hält der Historiker, Schriftsteller und Farmer fest, wie sich dieses kleine Landstück über das Jahr hinweg verändert, was darauf und wer davon lebt. Denn es ist ebenso sein Land wie es das des Dachses, des Habichts oder auch der Gräser und Wildblumen ist, von denen er mit seltener Farbigkeit und Dramatik erzählt“, große Vorfreude.

Lewis-Stempel bleibt sich auch in diesem Werk treu und listet nicht einfach nur Fakten und Informationen auf, er zitiert ebenfalls treffsicher Dichter aus längst vergangenen Zeiten oder streut hin und wieder Bauernregeln oder sonstige literarische Weisheiten ein. Diese Exkurse lockern das Buch auf und vermitteln Zusatzwissen über englische Landnutzung von damals und heute. Sehr schön.

Ähnlich wie in seinem aktuellsten Buch „Im Wald„, bedient sich der Autor einer Erzählung im Stile eines Tagebuchs. Ein Buch im Buch, wenn man so will. Das gefällt sicherlich nicht jedem. Ich hatte auch erst meine Schwierigkeiten aber wer das Buch vorschnell aus der Hand legt, lässt sich eine eindrucksvolle Beschreibung eines eindrucksvollen Lebensraumes entgehen. Von  mir bekommt das 2018 erschienen Buch ebenfalls einen Daumen nach oben und eine absolute Leseempfhelung.

0