Bäume und Wälder interessieren mich bereits seit Kindertagen. Ich finde die teilweise uralten und riesigen Gesellen beeindruckend und stelle mir gerne vor, was sie zu erzählen hätten. Mehr durch Zufall fiel mir daher auch das Buch The Glorious Life of the Oak von John Lewis-Stempel in die Hände. Es war seit langem eines der Bücher, welches ich, trotz des trockenen Schreibstils an manchen Stellen, in wenigen Tagen durchgelesen habe. Das ist bei rund 100 Seiten auch nicht schwer. Der Autor beschreibt, aus Sicht eines Britten, die kulturelle und historische Bedeutung der Stiel-Eiche (Quercus robur) und führt allerhand Fakten und Infos auf, wie sich ebendieser Baum anschickte, die Geschicke der Menschheit Westeuropas zu beeinflussen. Sei es als Bauholz, Ritualstätte oder Ort zum Abhalten von Gerichtsbarkeiten, kein anderer Baum ist so tief in unserer Geschichte verwurzelt wie die Eiche. Hier können eventuell gerade so die Linde und die Esche mithalten.

Es wird ebenfalls beschrieben, was die Briten dem Holz der Eiche zu verdanken haben. Angefangen von ersten Hütten und Häusern bis hin zum Schiffsbau auf dem sich der Ruhm des Empire begründete. Aber das Buch und die Art wie es aufgebaut ist, muss man mögen. Die ersten zehn Seiten sind Gedichte, die recht geschwollen daherkommen und für einen Nicht-Briten durchaus an Reiz verlieren können. Aufgelockert wird das Werk durch ungefähr 20 kleinere Illustrationen und richtet sich deutlich an unbedarfte Leser, die einen noch recht geringen Kenntnisstand über Bäume im Allgemeinen und Eichen im Besonderen haben. Mir hat es jedenfalls gefallen und ich kann es absolut empfehlen

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