(Mikro)Plastik ist eines der präsentesten Probleme unserer Zeit. Kaum ein Produkt kommt heutzutage ohne Kunststoffverpackungen aus und ein Blick in die Lebensmittel- und Kosmetikbranchen offenbaren das Ausmaß der Tragödie. Besonders in Peelings und (Zahn)Cremes ist Kunststoff ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil. In den letzten Jahren hat der Plastik-Wahnsinn deutlich zugenommen und das sieht man auch anhand der Müllberge in Natur und Landschaft. Selbst in einem abgeschiedenen Naturschutzgebiet an der Ostsee konnte ich in diesem Sommer 12 (!) Säcke mit Müll füllen. Größtenteils Folienverpackungen von Lebensmitteln.

Vor diesem Hintergrund erschien mir das Buch „Wie wir Plastik vermeiden “ von Will McCallum als sehr lesenswert. Bei dem knapp 130 Seiten schlanken Buch handelt es sich um keinen Roman oder ein Sachbuch, vielmehr füllen diverse Aufzählungen aus unterschiedlichen Bereichen des Themas Plastik die Seiten. So wird mit einer kurzen Abhandlung über Plastik begonnen und anschließend auf die verursachten Probleme eingegangen. Diese Auswirkungen hören längst nicht auf, wenn der Kunststoff außer Sicht ist. Tiefsee- und Mikroplastik sind nur zwei der zahlreichen Stichpunkte. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Getreu diesem Motto schreibt McCallum auch von diversen Aktionen und Kampagnen gegen den Umweltkiller Kunststoff und gibt Tipps, zum erfolgreichen plastikfreien Leben. Diese Tipps beziehen sich bspw. auf den Haushalt, im Büro, unterwegs und wie jeder einzelne Mensch etwas Positives bewirken kann. Wie so oft ist Verzicht keine Lösung und soll auch gar nicht das Ziel der Dinge sein, vielmehr soll der Leser angeregt werden und seinen Verbrauch auf das nötigste Mindestmaß einschränken.

Klar, vieles Geschriebene in dem Buch ist nicht wirklich neu. Vieles ist uns durchaus bekannt, nur ist der Mensch von Natur aus faul und hängt sehr an seinen alten Gewohnheiten. Sollten sich diese auch in den nachkommenden Generationen festsetzen und ein Umdenken und Umstellen der Handlungen und Lebensweisen verhindern, könnte die Prognose, dass 2050 mehr Müll als Leben in den Meeren ist, doch wahr werden.

Wollen wir das?