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Fritillaria meleagris  gehört zu den ausdauernden und krautigen Pflanzen. Wie alle Geophyten, bildet auch diese Art eine Zwiebel aus. Dieses gerade mal 1-2 cm im Durchmesser betragende Organ dient der Überdauerung und verschafft der Art einen Startvorteil im phänologischen Jahr. Während andere Pflanzenarten erst Nährstoffe für die Keimung sammeln müssen, zapft die Schachbrettblume ihre Vorräte aus dem letzten Jahr an.

Im zeitigen Frühjahr (meistens um Mitte bis Ende April) treibt sie einen etwa 15 bis 20 Zentimeter langen unverzweigten und beinahe runden Stängel. Dieser Stängel ähnelt dem von Süßgräsern macht Fritillaria meleagris für das ungeübte Auge nahezu unsichtbar.

Die Schachbrettblume (Frittillaria meleagris) in ihrem natürlichen Lebensraum in Sachsen-Anhalt.

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Aber Obacht, die Art braucht mitunter sieben Jahre bis zu ersten Blüte.

Die meist einzelnen, selten zu zweit stehenden Blüten sind nickend[3] bis nach unten hängend. Die zwittrigen, dreizähligen Blüten sind fast geruchlos und breit glockenförmig. Die sechs gleichgestaltigen, etwa 4 Zentimeter langen Perigonblätter, deren stumpfe Spitze meist etwas umgebogen ist, sind schachbrettartig purpurrot-weiß oder grünlich-weiß gefleckt. Selbst bei der völlig weißen Form Fritillaria meleagris f. alba ist die namensgebende Musterung noch schwach zu erkennen. Die sechs Staubblätter werden deutlich von den Perigonblättern überragt. Die 10 bis 13 mm langen freien Staubfäden sind weiß und die Staubbeutel sind gelb. Es sind auffällige Nektarien vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel ist dreispaltig.

Die sechs Staubblätter werden deutlich von den Perigonblättern überragt. Die 10 bis 13 mm langen freien Staubfäden sind weiß und die Staubbeutel sind gelb. Es sind auffällige Nektarien vorhanden.

Die Schachblume ist eine Lichtpflanze, das heißt, sie wächst in vollem Licht und erträgt nur in Grenzen eine Beschattung. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf nassen, zum Teil überschwemmten, luftarmen, mäßig stickstoffreichen, neutralen Lehm- und Tonböden. Dies ist auch der Grund, wieso die Bestände in Sachsen-Anhalt stark rückläufig sind. Oftmals fehlt die angepasste Nutzung der Flächen. Die daraus resultierende Vergrasung wirkt sich äußerst negativ auf den Bestand der Schachbrettblume aus. Weiter ist die anhaltende Eutrophierung der Böden durch Düngemittel eine Gefährdung für den Artbestand.

 

Frittilaria meleagris f. alba

Nicht nur in Sachsen-Anhalt ist die Art im Rückgang begriffen. Fritillaria meleagris gilt in ganz Deutschland stark gefährdet und ist laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) in den einzelnen Bundesländern als besonders geschützt. 1993 wurde sie als Blume des Jahres ausgewählt. Wie viele andere Pflanzenarten auch. ist sie hauptsächlich durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume in Feucht- und Nasswiesen, Auwäldern und Überschwemmungsbereichen von Flüssen (Flussauen) bedroht.

Fritillaria meleagris.