Getreu den Worten Schillers „Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der Dritte“ möchte ich euch heute die dritte, in Deutschland vorkommende Art aus der Gattung der Springkräuter vorstellen. Hierbei handelt es sich erneut um eine neophytsiche Pflanze, deren invasives Verhalten erneut ganze Lebensräume überrollt. Aber der Reihe nach.

Impatiens parviflora ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60, selten bis 90 cm erreicht. Der aufrechte, oben verzweigte, kahle Stängel ist laut Literatur leicht glasig und an den Knoten geschwollen.  Zumindest das erste Merkmal konnte ich bisher nur mit Mühen feststellen. Die wechselständigen Laubblätter sind breit lanzettlich und besitzen einen spitz gezähnten Rand.

Habitus von Impatiens parviflora.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. In den Achseln der oberen Blätter befinden sich aufrechte traubigen Blütenstände mit jeweils vier bis zwölf Blüten.Die hellgelben, nur 8 bis 18 mm großen zygomorphen Blüten besitzen einen geraden Sporn. Nun aber zur Problematik mit dieser Art. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kleinen Springkrauts umfasst die Gebirge Zentralasiens vom Altai im Norden bis zum Hindukusch im Süden. Gilt also in Deutschland als Neophyt. Die in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auftretende Art kommt in Laub- und Mischwäldern, in Gebüschen, Gärten und Schutthalden an schattigen Plätzen vor. Sie bevorzugt lockere, kalkarme oder kalkfreie, frische bis etwas feuchte Böden.

Impatiens parviflora ist in nahezu ganz Sachsen-Anhalt verbreitet (Quelle: KORINA.info).

Wie schon das Drüsige Springkraut scheidet auch das Kleine Springkraut die Geister. Während die einen eine Dominierung von vor allem schattigen Laubwäldern sehen und zu Recht befürchten, sagen andere Meinungen, dass sich ausgedehnte Bestände vor allem an Standorten finden lassen, welche für andere Arten keine guten Lebensbedingungen bieten, etwa weil sie zu dunkel sind, zu hohe Laubstreuauflagen haben. Insofern ist die Art an manchen ihrer Standorte ein Beispiel für die Nutzung von sonst ungenutzt bleibenden Ressourcen. Wie immer, wenn Neophyten im Blog ein Thema sind, möchte ich euch das KORINA-Projekt ans Herz legen. Auf dessen Seit erfahrt ihr alles zu invasiven Neophyten und natürlich auch zum Kleinen Springkraut (Impatiens parviflora).

Der Blütenkopf von Impatiens parviflora ist eindeutig zu erkennen.