Oxalis corniculata ist eine einjährige bis mehrjährige krautige Pflanze, die selten über 20 cm hoch wird. Der kurze Hauptspross bildet kriechende Seitensprosse, die 10 bis 40 cm lang werden und sich an den Knoten oft bewurzeln. Die fast immer wechselständigen, gestielten Laubblätter sind dreiteilig gefingert und oft rötlich-braun gefärbt. Die ungestielten Blättchen sind umgekehrt herzförmig und können an einem basalen Gelenk heruntergeklappt werden. Die 1,5 bis 2 mm langen Nebenblätter sind sehr klein und mit dem Blattstiel weit verwachsen.

Diese wärmeliebende, trockenheitsresistente Art hat sich in den letzten Jahren in Gärten und Pflasterfugen stark ausgebreitet; man findet sie aber auch in Blumentöpfen oder zwischen Steinplatten.

In einem doldigen Blütenstand mit einem dünnen, 1 bis 8 cm langen Blütenstandsschaft und zwei bis vielen 2 bis 4 mm langen Hochblättern stehen wenige Blüten zusammen. Die zwittrige, radiärsymmetrische Blüte ist fünfzählig. Die fünf behaarten, grünlichen Kelchblätter sind 2 bis 5 mm lang. Die fünf gelben Kronblätter sind 4 bis 10 mm lang. Es sind zwei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden. Von den glatten Staubfäden sind die längsten so lang wie die Kelchblätter. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Der behaarte Griffel ist etwa 5 mm lang. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.

Die intensiv goldgelb gefärbten Blüten sind nur bei direktem Sonnenlicht geöffnet. Die Bestäubung erfolgt u. a. durch Bienen.

Der Horn-Sauerklee lebt als Therophyt oder Rhizom-Geophyt, dann überwintert er mit einer Pfahlwurzel. Die Pflanze ist zum Lichtschutz oft rot überlaufen. Spaltöffnungen findet man sowohl auf der Ober- wie auf der Unterseite der Blätter. Der Horn-Sauerklee stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet. Er ist in Mitteleuropa ein Neophyt oder ein Archäophyt. Heute ist er weltweit verbreitet. Er ist frostempfindlich und fehlt deshalb meist in den Mittelgebirgen.

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