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Dank den warmen Temperaturen der letzten Tage geht es in Sachen Vegetation Schlag auf Schlag. Auf jedem meiner ausgedehnten Spaziergänge durch Feld und Flur entdecke ich weitere Pflanzenarten, welche die Landschaft mit ihren Blütenfarben verschönern und die noch nicht den Weg in dieses Blog gefunden haben. Das ist mir unbegreiflich, habe ich doch im letzten Jahr versucht, so viele wie Pflanzen wie möglich vorzustellen. Nun also mit großen Schritten in Richtung neue Botaniksaison. Heute mit dem Großen Immergrün (Vinca major).

Vinca major ist ein immergrüner, ausdauernder Halbstrauch mit einer Sprossachse, die über den Boden kriecht und an den Knoten wurzelt. Die Zweige werden bis 1 Meter lang, sie sind am Grund erst aufsteigend und später herabgebogen, niederliegend und kriechend. Die Blütensprosse erreichen aufsteigend eine Wuchshöhe von 30 Zentimeter.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind ledrig und gestielt. Sie messen bis 9 Zentimeter in der Länge und 6 Zentimeter in der Breite, wobei die unteren Blätter meist kleiner sind. Sie sind in der Regel eiförmig bis breit-eiförmig geformt, selten auch lanzettlich. Am Grund sind sie fast herzförmig, nach vorne hin schmäler werdend. Des Weiteren sind die Blätter am Rand gewimpert und deutlich fiedernervig.

Das natürliche Verbreitungsgebiet von V. major ist das westliche und zentrale Mittelmeergebiet bis Vorderasien. Diese Art ist vielerorts eingebürgert. Das Große Immergrün wächst an schattigen Plätzen, in Wäldern, an Gebüschen und feuchten Hecken sowie an Bächen. Es ist selten.

Die einzeln in den oberen Blattachseln stehenden, langgestielten Blüten sind fünfzählig. Die Blütenstiele sind kürzer als die dazugehörigen Blätter. Der bleibende Kelch ist kurz und trichterförmig. Er weist schmale, dreieckige, am Rand dicht gewimperte, bis 17 Millimeter lange Zipfel auf. Die präsentiertellerförmige, hellblaue oder violette (selten auch weiße) Blütenkrone misst im Durchmesser bis zu 50 Millimeter. Die Röhre ist kurz und verbreitert sich gleichmäßig trichterförmig. Die Kronzipfel sind vorne abgeschnitten und schief und überlappen in der Knospe nach links. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden, die mit den Staubfäden an der Kronröhre festgeheftet sind. Das Verbindungsglied zwischen den Staubbeuteln ist verbreitert und behaart. Der Fruchtknoten ist oberständig und zweifächerig. Die Griffel sind kurz und an der Spitze verdickt mit fünf hängenden Haarbüscheln. Die Frucht besteht aus zwei trockenen, oft verschieden großen, am Grund verbundenen Balgfrüchten. Die Samen sind höckerig, rau und kahl.

 

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