Thomas Engst

Die Säbelantilope ist nicht länger als “ausgestorben” klassifiziert. Obwohl sie im Jahr 2000 offiziell als “ausgestorben in freier Wildbahn” eingestuft wurde, konnte sie im Jahr 2023 aufgrund der Bemühungen von Tierschützern weltweit wieder auf den Status “nur noch gefährdet” herabgestuft werden. In den letzten zwei Jahrzehnten haben diese engagierten Menschen dazu beigetragen, einige in Gefangenschaft lebende Säbelantilopen wieder erfolgreich anzusiedeln. Dies führte zu einem langsamen Anstieg der Population in freier Wildbahn, wobei derzeit über 600 Exemplare im Reservat Ouadi Rimé-Ouadi Achim im Tschad leben.

Der Goldmull feiert sein Comeback, nachdem er 87 Jahre lang als ausgestorben galt. Zuletzt wurde er 1936 gesichtet. Im Jahr 2023 wurde jedoch ein lebender De Winston Goldmull in Südafrika von einem Border Collie aufgespürt. Der Goldmull war auf der Roten Liste bedrohter Arten zuletzt als “möglicherweise ausgestorben” verzeichnet. Diese kleinen Geschöpfe, etwa 9 cm groß, zeichnen sich durch ihre hervorragende Hörfähigkeit aus, sind blind und gleiten durch weiche Böden auf der Suche nach Insekten, während ihr seidiges Fell schimmert.

Der Langschnabeligel, der nach mehr als 60 Jahren wiederentdeckt wurde, ähnelt dem Fantasietier Niffler aus den Büchern und Filmen über “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind”. Forscher in Indonesien sichteten und fotografierten ihn im November 2023. Der scheue Attenborough-Langschnabeligel, der stachelige Ähnlichkeiten mit einem Igel und Maulwurfsfüßen sowie einer Ameisenbärschnauze aufweist, wurde zuvor nur im Jahr 1961 dokumentiert. Wie damals wurde er auch 2023 im Zyklopengebirge in der indonesischen Region Papua entdeckt und auf Film festgehalten, wobei mehr als 80 Kameras über 4 Wochen aufgestellt wurden, wie von der Universität Oxford mitgeteilt.

Auch in Bayern wurde ein als ausgestorben geltendes Tier wiederentdeckt: Der Heldbock, ein Käfer, der als vom Aussterben bedroht gilt. Ein Förster entdeckte ihn in einem Wald in Unterfranken, bei Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt. Der Heldbock, der größte heimische Käfer, wurde in den letzten 70 Jahren nur noch im Luisenhain in Bamberg gesichtet. Der wiederentdeckte Käfer ist braunschwarz und hat hellere rotbraune Flügeldeckenspitzen.

In Neuseeland, dem Heimatland des Kiwis, dem flauschigen, flugunfähigen Vogel und Nationaltier, der als stark gefährdet gilt, gab es 2023 eine kleine Sensation: Zum ersten Mal seit 150 Jahren schlüpften in der Hauptstadt Wellington Kiwi-Küken in freier Wildbahn. Über die letzten 5 Jahre wurden rund 4.600 Hermelin-Fallen auf einem riesigen Gebiet aufgestellt, gefolgt von der Aussetzung von 63 Kiwis. Mit den beiden Kiwi-Küken leben nun insgesamt 65 dieser gefährdeten Vögel in der Region (Quelle: BR).