In einem weltweiten Wettbewerb sucht das Bundesumweltministerium ab sofort nach den besten Ideen für den internationalen Klimaschutz. Ziel ist es, in Entwicklungs- und Schwellenländern Treibhausgasemissionen zu reduzieren, die Anpassung an den Klimawandel zu fördern und die Biodiversität zu erhalten. Gesucht werden Ideenskizzen für Programmvorhaben in 13 Themenschwerpunkten. Dazu zählen bei diesem Förderaufruf unter anderem die Digitalisierung des Verkehrs, die nachhaltige Ausrichtung internationaler Finanzströme, der internationale Schutz der Wälder sowie verschiedene Themen zum Schutz der Biodiversität. Insgesamt 240 Millionen Euro stehen aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) für Projekte zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und für Biodiversitätsprojekte zur Verfügung.

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Bundesumweltministerin Schulze: „Die Internationale Klimaschutzinitiative fördert seit mittlerweile elf Jahren funktionierende Klimakonzepte und -projekte. Seit 2015 steht sie ganz im Dienste des Pariser Klimaabkommens. Wir wollen damit die besten Ideen und Politikkonzepte für Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und den Schutz der Biodiversität in Entwicklungsländern erproben und umsetzen. Diese großen Aufgaben gehen wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort und in enger Abstimmung mit den Partnerländern an.“

Die Schwerpunkte im aktuellen Themen-Call sind dabei:

  • Finanzierungsströme in Einklang mit den Klimazielen bringen – Umsetzung des Artikel 2 Absatz 1c des Pariser Abkommens
  • Kapazitätsaufbau zur Erfüllung der Transparenzanforderungen des Pariser Abkommens
  • Digitalisierung im Verkehr in urbanen Räumen Asiens oder Lateinamerikas
  • Alternativen zum Einstieg in neue, fossile Energieinfrastruktur, insbesondere Kohleverstromung
  • Energieeffizienz in den Bereichen Industrie-und Produktionsanlagen, Handel und Gewerbe
  • Strategische Nutzung kooperativer Ansätze nach Artikel 6 des Pariser Abkommens
  • Klima- und biodiversitätsfreundliche Produktstandards und Konsumweisen etablieren
  • Upscaling, Mainstreaming und Umsetzung von Community based Adaptation
  • Aktivitäten zur VN Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen, Schwerpunkt Wald
  • Erhalt und Wiederherstellung von Moorökosystemen
  • Schutz der terrestrischen und marinen Biodiversität
  • Schutz der Bestäuber- und Insektenvielfalt
  • Kapazitätsaufbau zur Umsetzung der Arbeitsprogramme des Weltbiodiversitätsrats (IPBES)

Die Fördersumme beträgt für die meisten Vorhaben zwischen 15 und 20 Millionen Euro, im Einzelnen sind auch kleinere Projekte möglich. Interessierte Organisationen schließen sich dafür zu Konsortien zusammen und reichen gemeinsam Ideenskizzen ein. Dabei müssen diese Konsortien stark von nationalen Durchführungsorganisationen geprägt sein, damit ein Großteil der erbrachten Leistungen und Ideen dauerhaft im Land verbleibt. Die Programmvorhaben haben eine Laufzeit von maximal acht Jahren und sollen neue politische, ökonomische oder regulative Ansätze sowie technologische Optionen und Kooperationsmodelle entwickeln.

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Die Lösungsansätze müssen über das Einzelprojekt hinaus Wirkung zeigen und übertragbar sein. Für die laufende Antragsphase müssen die Programmskizzen in englischer Sprache bis zum 19. März 2020 (24 Uhr, Mitteleuropäische Sommerzeit) online eingereicht werden. Antragsberechtigt sind unter anderem Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen (soweit gemeinnützig tätig), Durchführungsorganisationen des Bundes, Hochschulen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland sowie internationale und multilaterale Organisationen, wie zum Beispiel Entwicklungsbanken oder Einrichtungen der Vereinten Nationen (Quelle: Pressemeldung des BMU).

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