Wer die Saat hat, hat das Sagen. Das ist nicht nur der Titel eines sehr lesenswerten Buches, sondern steht auch sinngemäß für die heutige Zeit. Saatgut für die Landwirtschaft ist schon längst zu einer stark umkämpften Ressource geworden und hat sich vielerorts zu einem Millionenseller gemausert. Züchtungen und Patente sind ein lukrativer Geschäftszweig, der mit aller Kraft seitens der Produzenten verteidigt wird. Es braucht ca. 12 Jahre und 5000 Kreuzungen bis eine neue Sorte zugelassen und in den Markt eingeführt werden kann. Das kosten Unsummen von Geldern und soll sich natürlich für die Produzenten lohnen. Diese versuchen mit immer absurderen Tricks und Machenschaften den Käufer/Landwirt an ihr Sortiment zu binden.

In Deutschland ist das Patentieren von Züchtungen bisher noch verboten, dieser Glücksfall gerät aber zunehmend unter Beschuss. Lässt sich doch mit Patenten und Lizenzen deutlich mehr Geld verdienen als bisher. Um Saatgut aber weiterhin als Allgemeingut zu schützen, haben Pflanzenzüchter der Uni Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Verein Agrecol e.V. eine begrüßenswerte Initiative gestartet.

Zusammen haben die Projektpartner eine „Open-Source-Saatgut-Lizenz“ gegründet, welche Saatgut rechtlich absichert und damit vor Patentierung schützt. Im Rahmen dieser Lizenz darf Saatgut von jedermann genutzt, weiterentwickelt und verkauft werden. Die Bestrebungen, Saatgut vermehrt als Gut der Allgemeinheit zu betrachten und zu behandeln, ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus geraten und wird zunehmend ernsthafter betrieben. Nicht zuletzt wegen der zunehmenden Privatisierung im Saatgutbereich sowie der daraus resultierenden Situationen, bspw. in Afrika.

Eine Einschränkung oder Bedingung bei der neuartigen „Open-Source-Saatgut-Lizenz“ allerdings. Es dürfen keinerlei Patente oder andere Exklusivrechte auf den Produkten liegen. Aber damit kann man doch leben oder? (Quelle: HNA)