Es gibt sie noch. Die Smartphone-Apps auf deren Veröffentlichung ich mich freue. Aktuelles Beispiel dieser Kategorie ist die App Deutschlandflora. In Auftrag gegeben bzw. entwickelt wurde diese App seitens Bundesamts für Naturschutz (BfN) und ist ab sofort in den gängigen Appstores zu finden.

Mit der neuen App kann das Vorkommen von Farn- und Blütenpflanzen jetzt bundesweit per Smartphone erfasst und dokumentiert werden. Damit können künftig alle fachkundigen Naturfreunde zum Wissen über Gefäßpflanzen in Deutschland beitragen. Citizen Science in Reinkultur.

Die Beobachtungsdaten werden in das Deutschlandflora-Portal eingespeist und in zusammengefasster Form als Verbreitungsdaten vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf der Website www.floraweb.de öffentlich zur Verfügung gestellt. Natürlich werden die Meldungen vor einer Veröffentlichung durch Artenkenner auf Sinnhaftigkeit geprüft.

Das Deutschlandflora-Portal und die App werden vom Botanik-Verband „Netzwerk Phytodiversität Deutschland (NetPhyD)“ betrieben und betreut. Das klappte in meinem Falle sehr gut. Bei der Registrierung wollte das System mein E-Mailadresse nicht akzeptieren, der Support half aber sehr schnell und kompetent weiter.

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In einer Pressemitteilung des BfN äußert sich dessen Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel wie folgt:
„Die Vielfalt der Pflanzen in Deutschland können wir nur mithilfe breiter ehrenamtlicher Unterstützung erfassen und dokumentieren. Die gesammelten Daten geben auch Aufschluss über den Rückgang oder die Zunahme bestimmter Pflanzenarten. Für den Naturschutz stellen sie somit eine wertvolle Entscheidungsgrundlage dar, deshalb wollen wir möglichst viele fachkundige Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich mit Hilfe der Anwendung aktiv an der bundesweiten Kartierung zu beteiligen“.

In der App können unter anderem eine Beschreibung des Fundortes, der floristische Status, Angaben zur Häufigkeit am Ort, ergänzende Kommentare oder auch ein Belegfoto der gefundenen Exemplare vor Ort erfasst werden.

Die Lokalisierung des Vorkommens kann GPS-genau ermittelt oder manuell auf einer Hintergrundkarte verortet werden. Die Beobachtungen werden zunächst lokal im Smartphone gespeichert. Bei guter Mobilfunk-Internetverbindung können die erfassten Vorkommen bereits im Gelände oder aber später bei vorhandener WLAN-Anbindung in das Portal der deutschlandweiten Florenkartierung auf www.deutschlandflora.de/dflor hochgeladen werden. Voraussetzung hierfür ist die Registrierung im Deutschlandflora-Portal (die zentrale Online-Plattform der floristischen Kartierung in Deutschland), die über die App oder über die Portalseite erfolgen kann.

(Foto: Uschi Euler/BfN; Für Originalquelle bitte auf das Bild klicken.)

Es wurde vom BfN mit Mitteln des Bundesumweltministeriums entwickelt. Ziel ist es, floristische Kartierungsdaten bundesweit zusammenzuführen, zu sichern und sichtbar zu machen. Das Portal und die zughörige Datenbank betreibt und betreut der Verband NetPhyD. Die neue App wurde vom BfN beauftragt und finanziert.

Von NetPhyD bezieht das BfN periodisch die auf Rasterfelder aggregierten Verbreitungsdaten für Naturschutzaufgaben und stellt diese über das Fachinformationssystem FloraWeb unter www.floraweb.de zur Verfügung. FloraWeb ist das Online-Informationsangebot des BfN über wild wachsende Pflanzenarten, Pflanzengesellschaften und die natürliche Vegetation Deutschlands.

Die Datenbank der Verbreitungsdaten in Floraweb besteht aus fast 30 Millionen Datensätzen. Diese wurden von Tausenden meist ehrenamtlich tätigen Pflanzenkennerinnen und -kennern in jahrelanger Kartierungsarbeit im Gelände erhoben.

In meinen Testläufen verrichte die App zuverlässig ihren Dienst. Einzig das Fehlen der Möglichkeit, nachträgliche Fundmeldungen, d.h. zu späterer Zeit aus dem (heimischen) W-LAN heraus, abzusetzen, ist ein Manko. Bisher ist nur ein sofortiges Melden am entsprechenden Standort möglich .

Sollte ich mich aber nur zu dusselig anstellen, so bitte ich um einen kurzen Hinweis.

Nutzer von Android finden die App im Play Store an dieser Stelle.

Pro-Tipp: Meiner Erfahrung nach ist es besser, sehr genau abzuwägen, welchen Fund in freier Natur man meldet und welchen man lieber für sich behält.

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