Vor ein paar Tagen berichtete ich schon mal über das Thema Müll in Sachsen-Anhalt. Aufgegriffen habe ich die Sache deswegen, weil ich tagtäglich an vermüllten Straßengräben, Wiesen und Waldwegen vorbeikomme. Nun stieß ich bei der heutigen Morgenlektüre der Mitteldeutschen Zeitung auf ebendieses Thema. Die MZ liefert in ihrem Artikel Zahlen, veröffentlicht von der Landesregierung, zu illegalen Mülldeponien und Abfallentsorgungen in Sachsen-Anhalt. Zahlen die erschreckend hoch sind.

Seit 2014 mussten die Landkreise rund 20.000 Tonnen illegal entsorgten Müll beseitigen. Darunter u.a. Hausmüll, Lacke, Lösemittel aber auch asbesthaltige Baustoffe. Eine dieser Asbesthalde habe ich selbst vor wenigen Wochen entdeckt und angemahnt. Die Kosten für die Entsorgung belaufen sich landesweit auf ca. 5.000.000. Euro. Geld, was sicherlich sinnvoller investiert werden könnte. Aktuell am schlimmsten betroffen ist der Landkreis Börde, hier mussten Behörden rund 3.000 Tonnen illegalen Mülls beräumen. Aber auch alle anderen Landkreise haben mit einer zunehmenden Verunreinigung der Landschaft zu kämpfen. Brisant dabei, die Entsorgung von Asbest nimmt rapide zu. Dieses gesundheitsschädliche Material wurde 2014 noch mit 4 Tonnen Müll beziffert, zuletzt waren es immerhin schon 25 Tonnen.

Vermüllter Straßenrand in Bernburg (Saale).

Angesichts dieser Zahlen frage ich mich einmal mehr, was treibt den Menschen dazu seinen Abfall einfach so in die Natur zu entladen? Welcher Kinderstube hat er genossen oder ist es einfach nur sorgenfreie Dummheit? Wie würden diese Umweltsünder reagieren, wenn ich meinen Hausmüll einfach über ihren Gartenzaun werfe (zugegeben, einmal habe ich dies bereits getan) und wie erzieht man solche Deppen zu ordentlichen Menschen? Ein Patentrezept scheint es nicht zu geben, nur eine veränderte Wertschätzung der Natur um uns herum könnte hier Abhilfe schaffen. Leider sehe ich diese Veränderung noch in weiter Ferne (Quelle: Mitteldeutsche Zeitung).

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