Die eindrucksvolle Kirche im beschaulichen Ort Frose ist schon von weither eine imposante Erscheinung. Ihre zwei Türme dienen als markante Landmarke und weisen somit zielsicher den Weg zu einer weiteren Stempelstelle des Salzländer Kulturstempels.

Was heutzutage ein typisches Dorf in Sachsen-Anhalt ist, war früher einmal eine Gegend von Rang und Namen. Bereits im 9. Jahrhundert wurde in Frose möglicherweise ein Kloster oder Stift durch König Ludwig den Deutschen gegründet. 936 wurde Vrosa in einer Urkunde von König Otto I. wieder genannt und 950 an Markgraf Gero übergeben. Dieser wandelte es um 960/61 in ein Kanonissenstift um und gliederte es als Propstei in sein neugegründetes Stift Gernrode ein.

Die Kirche von Frose gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Frose im Kirchenkreis Ballenstedt der Evangelischen Landeskirche Anhalts und besitzt das Patrozinium St. Cyriakus.

Die Stiftskirche wurde anstelle eines durch Grabungen nachgewiesenen Gründungsbaus um 1170 als flachgedeckte Basilika mit sächsischem Stützenwechsel errichtet. Sie besitzt einen zweitürmigen Westbau und halbkreisförmige Apsiden an den Querschiffarmen und am Chor. Im 13. Jahrhundert wurden Veränderungen am Westbau und am Chor vorgenommen.

Der Innenraum der St. Cyriakuskirche zu Frose.

Nach Beschädigungen erfolgten im 18. Jahrhundert Wiederherstellungsarbeiten; dabei wurden die Querschiffarme zu Seitenschiffsteilen verändert und die Nebenapsiden abgerissen. Der Obergaden erhielt rechteckige Fenster. Bei einer im 19. Jahrhundert vorgenommenen Restaurierung wurden die Seitenschiffe neu aufgebaut und die Nebenapsiden ergänzt. Seit 1991 erfolgten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten.

Typische Handschrift der Romanik ist der Sächsische Stützenwechsel, das heißt im Langhaus wechseln sich zwei runde Säuen mit einer eckigen Säule ab.

Auch interessant: Zwischen 1516 und 1517 hatte Thomas Müntzer in ebendieser Kirche eine Stelle als Probstan inne. Derzeit wird das alte Gemäuer mit baulichen Maßnahmen saniert und soll wohl bald wieder in altem Glanz erstrahlen. Der imposanten Eindruck dieser ehrwürdigen  Kirche macht diese Stempelstelle des Salzländer Kulturstempels zu einer der besten im ganzen Salzlandkreis.

Der knallrote Stempelkasten des Salzländer Kulturstempels befindet sich im Inneren der Kirche und ist sehr einfach zu finden.

 

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