Nachdem der mittelalterliche Vorgängerbau der Kirche St. Gertrud in Neugattersleben abgerissen wurde, fand 1887 die Grundsteinlegung für die heutige neugotische Basilika statt. Am 9. April 1889 wurde die Kirche geweiht. Markantes Erkennungsmerkmal ist der knapp 40 Meter hohe Hauptturm. Die Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Ferdinand Schorbach errichtet. Über dem Hauptportal befindet sich die Inschrift „Hier ist die Pforte des Himmels“. Leider war ich bisher noch nicht im Inneren und kann diesen Ausspruch daher nicht bestätigen. Die Orgel auf der Westempore wurde von dem Zörbiger Orgelbaumeister Wilhelm Rühlmann gebaut. Die farbenprächtigen Bleiglasfenster stammen aus der Hand des Quedlinburger Glasmalers Ferdinand Müller. Sie wurden von der Familie von Alvensleben gestiftet und zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Ich denke mal, darauf bezieht sich auch der Spruch über dem Eingangstor.

Von der Ausstattung des Vorgängerbaus sind immerhin noch die Grabdenkmale und Epitaphe der Familie von Alvensleben aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten. In der Vergangenheit hatte die Kirche durchaus prominenten Besuch. Zu den wohl populärsten Gästen dürfte der deutsche Kaiser Wilhelm II. zählen. Auf insgesamt 10 Jagdausflügen mit der Familie von Alvensleben soll der Monarch Neugattersleben und seine markante Kirche besucht haben.

Das Mausoleum der Kirche von Neugattersleben wurde 1888 erbaut und orientiert sich am Baustil der Kirche.

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