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Es gibt für alles einen Tag. Ob es nun der Tag der Völkerfreundschaft ist oder der Tag der Artenvielfalt, an Gedenktagen mangelt es heutzutage nicht. Am gestrigen Sonntag wurden den Geotopen gedacht und bundesweit konnten bspw. Steinbrüche, Felsen oder Höhlen mit fachkundiger Führung besucht werden. Ich  nutzte ebenfalls die Chance und begab mich dazu in den Harz zum kleinen und großen Gegenstein. Dort warteten nicht geologische Besonderheiten darauf entdeckt zu werden, auch die Botanik kam natürlich nicht zu kurz.

Tag des Geotops mit den Gegensteinen im Harz

Zum diesjährigen Tag des Geotops lud der Regionalverband Harz e.V. nach Ballenstedt zu den Gegensteinen. Obwohl sich Ballenstedt in einer der regenärmsten Regionen Deutschlands befindet, goß es zu Beginn der Führung in Strömen. Die muntere Gruppe lies sich davon aber nicht verdrießen und schnürte unbeirrt die Wanderschuhe und stapfte los. Durch den Wanderführer auf die geologischen Besonderheiten (Muschelkalk) hingewiesen, hatte man gleich einen anderen Blick auf den bis dahin schnöden Stein am Wegesrand. Der Botaniker spitzt bei Muschelkalk die Ohren, verheißt er doch nicht selten Orchideen in Hülle und Fülle. Nach ein paar Metern hellte sich der Himmel auf und die Sonne zauberte einen Regenbogen direkt über den kleinen Gegenstein. Die Gegensteine bestehen aus Sandstein und haben sich über einen Zeitraum von ca. 241 Millionen Jahren aus der Erde hervorgehoben. Dadurch wirken sie auch etwas deplatziert in der Landschaft, sehen aber umso beeindruckender aus. Wanderfreunde können sie auf dem Teufelsmauer-Stieg erkunden.

Artenvielfalt an den Gegensteinen im Harz

Während die Geologen am Felsen kleben und sich Maserungen und Einschlüsse aus nächster Nähe anschauen, liegt der Botaniker längst auf dem Bauch und kriecht durch das (feuchte) Gras um die Spur der hiesigen Pflanzen aufzunehmen. Wie eingangs erwähnt ist der Muschelkalk ein Garant für Orchideen. So sollte es auch sein. In dem Gebiet befindet sich ein stattliches Vorkommen der Herbstwendelorchis (Spiranthes spiralis).Leider war mir in diesem Jahr kein Glück beschieden, die Exemplare vor Ort waren bereits verblüht. Nicht so die Enziane. In dem Gebiet kommen drei Arten dieser Gattung vor. Die Bestimmung für ist nicht ganz ohne und so hoffe ich, dass es sich auf dem Bild auch wirklich um einen Feld-Kranzenzian (Gentianelle campestris) handelt. Aber nicht nur aus botanischer und geologischer Sicht ist das Areal um die Gegensteine einen Ausflug wert. Wenn nicht gerade die Rabauken der Motorsportschule gegen geltendes Gesetz verstoßen und im Naturschutzgebiet ihre Runden drehen, ist es ein wunderschöner und ruhiger Ort. Erklimmt man den großen Gegenstein kann man seinen Blick über die ausgestreckte Landschaft gleiten lassen und genießen. Natürlich immer ein Auge auf die Flora gerichtet.

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