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Sachsen-Anhalt hat als eines der wenigen Bundesländer noch Flussauen, die nicht ganz kaputt sind. Vielerorts gibt es ehrenamtliche und hauptberufliche Akteure, die sich dem Schutz der Auen und Flüsse verschrieben haben. Aber auch in Sachsen-Anhalt fehlen wichtige Pufferflächen, die bei Hochwasser die immensen Wassermengen aufnehmen und in den Boden ableiten können. Die Folgen bekamen die Menschen im Land bei den letzten großen Hochwassern 2001 und 2013 zu spüren. Seitdem wird unter dem Motto „Gebt den Flüssen mehr Raum“ mehr oder minder erfolgreich versucht, die Überflutungsflächen vor dem Flächenverbrauch zu schützen, Deiche zu sanieren bzw. zu bauen und Auenwiesen als natürliche „Schwämme“ zu renaturieren.

Aus Sicht des Naturschutzes sind periodische Hochwasser etwas wunderbares und notwendiges. Aus städtebaulicher Sicht sind sie hingegen problematisch. Hier gilt es also einen gesunden Kompromiss zu finden.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt hat heute ein Wimmelbild-Poster „Hochwasser in Stadt und Land“ veröffentlicht und an Grundschulen und Kindertagesstätten versendet. Kinder sollen früh an das Thema Hochwasser herangeführt werden, denn die Auswirkungen der Klimakrise sind auch in Sachsen-Anhalt schon zu spüren. Zum Beispiel werden Starkregenereignisse und Hochwasser häufiger eintreten.

Das Poster und ein zugehöriges Begleitheft dienen dazu, dass sich Kinder verstärkt mit Hochwasserereignissen und dem damit verbundenen Gefährdungsrisiko beschäftigen. Eine kleine Wanderratte führt spielerisch durch einzelne Szenen, in denen mögliche Schutz- und Vorsorgemaßnahmen veranschaulicht und erklärt werden.

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erinnerte daran, verantwortungsvoll mit Hochwasserrisiken umzugehen: „Es ist unsere Aufgabe die Gefahren und Auswirkungen von Hochwasser abzuschätzen und unsere Handlungen daran anzupassen. Auch wenn wir Hochwasserereignisse nicht vermeiden oder verhindern können, setzen wir alles daran, das damit verbundene Risiko für uns Menschen zu reduzieren.“ Mit Blick auf das Poster ergänzte sie: „Ich wünsche allen Kindern und natürlich auch den Erwachsenen viel Spaß und Freude beim Entdecken. Ich bin gespannt, ob alle herausfinden, wie viele kleine Wanderratten auf dem Wimmelbild zu finden sind.“

Das Wimmelbild und das Begleitheft sollten schon im Frühjahr 2020 an die Einrichtungen versendet werden, gerade als diese geschlossen wurden.

Poster und Begleitheft stehen auch zum Download zur Verfügung.

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