Die Vegetationsperiode neigt sich in diesem Jahr langsam aber sicher dem Ende entgegen. Das Laub der Bäume beginnt sich zu verdunkeln und auch die Wiesen fahren die letzten Pflanzen in dieser Saison auf. Lässt man den Blick dieser Tage über die feuchteren Wiesen schweifen, so stechen leuchtende, magentafarbene Blütenköpfe  ins Auge. Diese stehen meist in kleineren Gruppen von Artgenossen und gehören dem Blutweiderich (Lythrum salicaria). Diese Art möchte ich euch heute etwas näher vorstellen.

Artsteckbrief

Der Gewöhnliche Blutweiderich gehört zu den ausdauernden, krautigen Pflanzen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 2 Metern und eine Breite von 1,5 Metern hat er eine durchaus stattliche Erscheinung.  Auffallend sind seine zu 50 aufrechte, teils verzweigte, behaarte, vier- bis mehrkantige Stängel. Diese wachsen aus dem Rhizom heran. Da diese Pflanze auch in feuchten bis nassen Bereichen vorkommt, hat sie sich an eine teilweise Überschwemmung perfekt angepasst. Sollten Triebe untergetaucht sein, so entwickeln sie ein Durchlüftungsgewebe (Aerenchym), das das Rhizom mit Sauerstoff versorgt. Ausgefallener wird es aber bei den Blüten dieser Art. Diese sind zwittrig und leuchten von Juni bis September in einem knalligen Purpurrot oder Magenta.  Jeder ähren- oder traubenförmigeBlütenstand kann hundert und noch mehr Blüten enthalten. Die Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Jetzt das Ausgefallene:  Beim Blütenaufbau liegt trimorphe Heterostylie vor: Es gibt drei verschiedene Blütentypen (auf verschiedenen Pflanzenexemplaren):

  • Blüten mit langen Griffeln und mittellangen und kurzen Staubblättern
  • Blüten mit mittellangen Griffeln und langen und kurzen Staubblättern
  • Blüten mit kurzen Griffeln und langen und mittellangen Staubblättern

Lythrum salicaria.

Lebensraum & Ökologie

Der Gewöhnlicher Blutweiderich hat sein Hauptvorkommen auf feuchten Standorten. Häufig verbreitet ist er in Röhrichten, Sümpfen, an Ufern von Seen und Weihern aber auch Flüsse, Bäche und Kanäle sowie Gräben bieten ihm einen Lebensraum. Er bevorzugt die tieferen Lagen und ist etwas wärmeliebend, kommt aber auch noch in mittleren Gebirgslagen vor. Die Standorte sind vor allem nasse oder wechselfeuchte, zeitweise überschwemmte, nährstoffreiche, Sumpfhumusböden. Global betrachtet ist Lythrum salicaria eine eurasiatisch-subozeanische Art und ist sogar noch in Australien anzutreffen. In Nordamerika hingegen ist es eine Problemart und gilt als eine der invasivsten Arten des Landes. Durch fehlende Konkurrenz hat Lythrum salicaria ganze Wiesen überwuchert und breitet sich immer mehr aus. In gewisser Weise ist es die europäische Revanche für die eingeschleppte Roteiche und kanadische Goldrute.

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