Schloss Plötzkau ist die 40. Station des Salzländer Kulturstempels und ist eine wahrhaft geschichtsträchtige Anlage. Die mittelalterliche Ritterburg wurde erstmals 1049 erwähnt. Ab 1152 unterlag die Burg dem Geschlecht der Askanier. Nach dem Tod des damaligen Oberhauptes Alfred dem Bären im Jahr 1170 wanderte die Anlage in den Besitz des Grafen von Anhalt. Zwischen den Jahren 1566 und 1573 erlebte die Burganlage eine umfassende Renovierung und wurde zu einem Renaissanceschloss umgebaut und erlangte zu größten Teilen ihr heutiges Aussehen. Christian I. von Anhalt-Bernburg verkaufte 1611 das Schloss an seinen Bruder Fürst Augustus, welcher daraufhin das Fürstentum Anhalt-Plötzkau gründete und das Schloss zu seiner Residenz auserkor. In den Folgejahren regierte Augustus von Plötzkau als absoluter Herrscher über ca. 40 km² Land mit ungefähr 2.000 Bewohnern. Damit herrschte er über den kleinsten souveränen Staat der Welt. Jedoch war dies nur von kurzer Dauer, da bereits 54 Jahre nach seiner Gründung, im Jahre 1611, die Linie Anhalt-Plötzkau erlosch.

In den folgenden Jahren beherbergte das Schloss abwechselnd eine Lackwarenfabrik, eine Straf- und Besserungsanstalt sowie nach dem zweiten Weltkrieg Flüchtlingsunterkünfte. Seit 1996 ist die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt Träger des Schlosses. Im Jahr 2000 gründete sich der Verein „Schloss Plötzkau e.V.“. Dieser sorgt seitdem für eine schrittweise Instandsetzung des ehrwürdigen Gemäuers und trägt somit zur Erhaltung einer für die Regionalgeschichte bedeutsamen Anlage bei. Vielen Dank dafür.

Der Vorhof des Schlosses zu Plötzkau.