Die heute in der Kategorie „Bitte wer?“ vorgestellte ist ein Paradebeispiel für die zweite Reihe der Botaniker und Naturforscherinnen. Galt er doch bereits wenige Jahre nach seinem Tod als „halbvergessen“- Zu Unrecht wie ich finde. Aber genau dafür gibt es ja diese Kategorie.

Poeppig stammte aus einer Plauener bzw. Leipziger Kaufmannsfamilie und besuchte erst die Thomasschule zu Leipzig und von 1810 bis 1815 die Landesschule St. Augustin in Grimma, die er als besonders B

egabter ein Jahr früher abschloss. Danach studierte er 1815 bis 1822 Medizin und Naturwissenschaften an der Universität Leipzig, wo sein Lehrer der Botaniker Christian Friedrich Schwägrichen war. Bereits Schwägrichen, der 1826 Direktor des Leipziger Botanischen Gartens werden sollte, träumte von einer Forschungsreise nach Amerika, die aber nie zustande kam. Sammelreisen, über die wenig bekannt ist, führten Poeppig meist zu Fuß durch das Rheinland, Österreich (Besteigung des Großglockners 1822), Ungarn und Frankreich bis zu den Pyrenäen.

Eduard Friedrich Poeppig forschte von 1822 bis 1832 in Amerika, und zwar auf Kuba, in den USA, in Chile, Peru und Brasilien, überquerte die Anden und befuhr den gesamten Amazonas. Wieder zurück in Leipzig wurde er Professor für Zoologie und schuf die Grundlagen für die naturwissenschaftlichen Sammlungen der Universität Leipzig. Sein Bericht aus Amerika zählt zu den auch literarisch bedeutenden Reisebeschreibungen des 19. Jahrhunderts. Schwerpunkt seiner Sammeltätigkeit waren Naturalien, daneben aber auch Ethnographica.

Poeppigs Hauptleistung war seine enorme Sammeltätigkeit und die anschließende wissenschaftliche Aufarbeitung. Er sammelte 17.000 getrocknete Pflanzen, lieferte 3.000 Pflanzenbeschreibungen, verschickte hunderte ausgestopfte Tiere, verfertigte 30 Tafeln ausgeführter landschaftlicher Ansichten sowie 70 großformatige Pflanzen-Zeichnungen (Orchideen, Aroiden) und übersandte Pflanzensamen für die Aufzucht und „ein selbstgesammeltes Herbarium von mehr als viertausend Arten“ nach Europa.

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