Mit dem Weltumwelttag am 5.6. beginnt oder begann die neue UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen, zu der die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) die Jahre 2021 bis 2030 erklärt hat. Sie folgt auf die UN-Dekade Biologische Vielfalt, die mit dem Jahr 2020 zu Ende gegangen ist. Innerhalb der neuen Dekade soll die immer weiter voranschreitende Degradierung von Ökosystemen gestoppt und deren Wiederherstellung eingeleitet werden. Zum Start der neuen UN-Dekade wird Bundesumwelrministerin Svenja Schulze an einer virtuellen hochrangigen Launch Gala des Weltumwelttag-Gastgebers Pakistan mit einer Videobotschaft teilnehmen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Klimakrise und die Biodiversitätskrise zeigen uns eindrücklich, wie wichtig es ist, Ökosysteme und natürliche Lebensräume besser zu schützen und wiederherzustellen. Deshalb unterstützen wir die neue UN-Dekade mit einer Vielzahl von Initiativen und Projekten. Wir brauchen strukturreiche Wälder, intakte Moore und naturnahe Küstenstreifen, um den Schwund der Artenvielfalt zu stoppen. Letztlich kommt das auch der Gesundheit der Menschen zugute. Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist ein zentrales Zukunftsthema, denn so können wir das Klima schützen und die Biodiversität beleben. Eine nachhaltige Entwicklung trägt auch zu einem grüneren Wiederaufbau nach der Covid-19-Pandemie bei.“

Das Bundesumweltministerium hat im Rahmen der „Bonn Challenge“ zur Wiederherstellung von Wäldern und Waldlandschaften die Entwicklung der neuen UN-Dekade maßgeblich unterstützt und setzt sich nun für eine erfolgreiche Umsetzung ein. Innerhalb Deutschlands tragen dabei verschiedene Förderprogramme wie der Wildnisfonds, der Waldklimafonds, oder das Bundesprogramm Blaues Band zur Wiederherstellung von Ökosystemen bei. Zum Beispiel werden dabei Auwälder wiederhergestellt und Fließgewässer und Auen renaturiert. Im Rahmen der Europäischen Union beteiligt sich Deutschland an der Umsetzung der EU Biodiversitätsstrategie 2030, die erstmals rechtlich verbindliche Ziele zur Wiederherstellung von Ökosystemen innerhalb der EU entwickeln wird.

International trägt Deutschland unter anderem mit der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) zur Umsetzung der UN-Dekade bei. Dabei werden aus Mitteln der IKI des Bundesumweltministeriums zahlreiche Projekte zur Wiederherstellung von Ökosystemen auf der ganzen Welt unterstützt. Allein zur Wiederherstellung von Wäldern widmen sich 27 IKI-Projekte mit einem Gesamtvolumen von circa 150 Millionen Euro dem Querschnittsthema Wiederherstellung von Ökosystemen. Beispielsweise fördert die IKI die Wiederherstellung von Waldlandschaften in afrikanischen Ländern, erprobt innovative Konzepte, um den Privatsektor für Investitionen in Ökosysteme zu mobilisieren und beteiligt sich an einem internationalen Treuhandfonds zur Umsetzung der Dekade.

Ziel der neuen Dekade ist es, die globalen Nachhaltigkeitsziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen, indem die weltweite Zerstörung von Ökosystemen beendet, ihre Erhaltung sichergestellt und ihre Wiederherstellung initiiert wird. Die Dekade versteht sich dabei als komplementär zu den drei UN-Konventionen zu Biodiversität (CBD), Klimawandel (UNFCCC) und Wüstenbekämpfung (UNCCD) und versteht sich sich als Schnittstelle zur Umsetzung der verschiedenen Konventionen. Die Dekade wird vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) koordiniert (Quelle: Pressemitteilung des BMU).