Der Maulwurf ist das Tier des Jahres 2020. Das gab die Deutsche Wildtier Stiftung in Hamburg bekannt. „Wir sollten den Maulwurf als unermüdlichen Schädlingsvertilger und Mäusevertreiber viel mehr wert schätzen“, sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen.

Der Europäische Maulwurf sei zwar nicht bedroht, stehe aber unter Naturschutz. „In den Städten leidet er unter der Versiegelung des Bodens“, so von Münchhausen. Nach seinen Worten verdient der Maulwurf die Auszeichnung wegen seiner ökologischen Funktion, seinen besonderen Eigenschaften und seiner optimalen Anpassung an einen sehr speziellen Lebensraum. Wo das Tier lebe, sei das Bodenleben meist intakt. Die von Maulwürfen aufgewühlte Erde sei zum Gärtnern optimal.

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„Wer dem Maulwurf helfen will, akzeptiert Maulwurfhaufen und setzt auf einen naturnahen Garten“, riet der Geschäftsführer. Die Deutsche Wildtierstiftung wählt regelmäßig ein Tier des Jahres, um es in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Tier des Jahres 2019 ist das Reh.

Maulwürfe sind perfekt an ein Leben im Untergrund angepasst. Mit ihren Sinneshaaren an der Schnauze können sie hervorragend tasten und feinste Erderschütterungen spüren. Die lange Rüsselnase ist mit dem für den Maulwurf typischen „Eimerschen Organ“ ausgestattet, das elektrische Reize wahrnimmt, die bei Muskelbewegungen von Beutetieren entstehen.

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Zusätzlich hilft der Schwanz als „Blindenstock“: Die Schwanzlänge entspricht dem Tunnelradius und wird zum Abtasten der Gänge eingesetzt. Mit seinem walzenförmigen Körper schiebt sich der Maulwurf wie ein Bohrer durch die Erde. Sein Fell besitzt keinen Strich. Deshalb kann der Maulwurf in engen Erdreich-Gängen auch rückwärts laufen.

„Der Europäische Maulwurf ist nicht bedroht. Aber wegen seiner ökologischen Funktion, seinen besonderen Eigenschaften und seiner optimalen Anpassung an einen sehr speziellen Lebensraum verdient er die Auszeichnung als Tier des Jahres“, so der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wir wollen mit dem Maulwurf auch hervorheben, wie wichtig die Artenvielfalt unterhalb der Erdoberfläche ist.“

Mich freut diese Ernennung ganz besonders. Zum einen hat mir als Kind die Zeichentrickserie mit dem kleinen Maulwurf sehr gefallen, die Zuneigung zu diesem possierlichen Tierchen hält bis heute an, zum anderen liegt es mir am Herzen, die Wichtigkeit der Bodenlebewesen verstärkt in den Vordergrund und somit in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Da es bekanntlich allerhand „Wesen des Jahres“ gibt, ist es manchmal schwer den Überblick zu behalten. Glücklicherweise hat der NABU sich dessen angenommen und auf seiner Seite eine fortlaufende Übersicht erstellt.

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