Thomas Engst

Am letzten Wochenende im Juli wurde im Landkreis Görlitz in der sächsischen Lausitz erneut ein Wolf erschossen. Vermutlich erfolgte die Tat in der Nacht von Samstag auf Sonntag nahe der Gemeinde Viehkirchen. Wie der NABU e.V. mitteilte, ist es bereits der siebte Wolf in den letzten sechs Jahren, der gewildert wurde. Das Traurige an der Sache: bisher konnte kein einziger Verdächtiger dingfest gemacht werden. Allerdings stehen die Chancen nicht schlecht, dass es diesmal anders ausgeht, hat sich doch das LKA in die Ermittlungen eingeschaltet. Der erneute Abschuss einer nach allen Regeln geschützten Art zeigt wieder einmal, die Stimmung in Sachsen. Auf Drängen der Jägerlobby wurde der Wolf 2012 in das sächsische Jagdrecht aufgenommen. Dadurch erhoffte man sich eine bessere Akzeptanz durch die Jäger. Resultat sind vier geschossene Wölfe. Ob diese allerdings auf das Konto von Jägern gehen ist nicht gesagt aber ein Schelm wer böses dabei denkt. Nächstes Ding der Weidmänner ist ein im Juni 2015 auf dem Bundesjägertag in Dresden veröffentlichtes Schreiben, welches den Wolf nicht als Teil der heimischen Natur anerkennt. Eine entsprechende Stellungnahme vom NABU gibt es hier oder weiter unten im Blog.

Der Deutsche Jagdverband ist, wieso auch immer, ein anerkannter Naturschutzverein und wird auf keiner Veranstaltung müde, seine wichtige Rolle im Naturschutz zu betonen. Daher sind mit solche Handlungen, wie die Ignoranz des Wolfes als wertvoller Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems nicht ganz klar. Denn ein illegal abgeschossener Wolf ist nichts anderes als Wilderei. Es stünde dem DJV gut Zu Gesicht, seine Rolle zu überdenken und seinen Einfluss zu nutzen, um faire Handlungen  walten zu lassen.

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