Beim Blauen Gauchheil handelt es sich um eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist nur 3 bis 5 cm erreicht. Der niederliegende bis aufsteigende Stängel erreicht Längen von etwa 5 bis 25 cm. Die meist kreuzgegenständig, selten auch zu dritt quirlig am Stängel angeordneten Laubblätter sind von dunkelgrüner Farbe und von länglich-eiförmiger Gestalt.

Anagallis foemina auf einem ehemaligen Weinberg im südlichen Sachsen-Anhalt.

Die Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln und besitzen Stiele, die so lang oder nur wenig länger als die Blüten selbst sind. Die Krone wird bis zu 14 mm breit, ist oberseits blau und unterseits violett gefärbt. Die Kronblätter sind am Rande fransig gezähnelt und mit fünf bis 10, seltener auch bis zu 15 meist vierzelligen Drüsenhaaren versehen. Die Kelchblätter sind am Rande sehr fein gesägt. Der Blaue Gauchheil blüht vorwiegend in den Monaten Juni bis September.

Anagallis foemina.

Der Blaue Gauchheil kommt vom Mittelmeergebiet bis Kleinasien vor. Ferner findet man ihn über Mittel- und Nordeuropa bis nach Nord- und Ostasien. In Deutschland ist die Art nur im mittleren und südwestlichen Gebiet häufiger zu finden. Darüber hinaus ist sie sehr selten oder fehlt gänzlich. Anagallis foemina wächst in Getreideunkrautgesellschaften, in Gärten und auf schutthaltigen Plätzen. Er bevorzugt mehr oder weniger trockene, warme, nährstoff- und kalkreiche, meist lehmige Böden. Der Blaue Gauchheil kann leicht mit der blau blühenden Form des Acker-Gauchheils (Anagallis arvensis) verwechselt werden. Diese Farbvariante besitzt im Gegensatz zum Blauen Gauchheil Kronblätter, die am Rande nicht stark zerfranst sind

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