Gagea lutea ist eine zierliche, ausdauernde krautige Pflanze. Als Zwiebelgeophyt bildet er unterirdische Zwiebeln als Überdauerungsorgane aus. Diese kennzeichnen fleischige Schuppen, welche aus einer Verdickung der Blattscheiden entstehen. Er erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern, was in etwa der Höhe seiner Blütenstände entspricht.

Gagea lutea (Wald-Gelbstern) im Bernburger Auwald.

G. lutea entwickelt ein grundständiges linealisches Laubblatt, das bis zu 10 Millimetern breit ist und schwache Kiele zeigt. An der Spitze läuft das Laubblatt kapuzenartig aus. Die fadenförmigen Jugendblätter sind 5-kantig – im Gegensatz zu den anderen heimischen Gelbstern-Arten, bei denen die fadenförmigen Jugendblätter rund, dreikantig sind oder einen V-förmigen Querschnitt aufweisen. Unter dem Blütenstand werden zwei blattartige, bewimperte Hochblätter ausgebildet, welche erkennbar kürzer als das Grundblatt sind. Ansonsten ist der Stängel kahl.

Die schmalen Laubblätter von G.lutea sind ein markantes Erkennunsgzeichen der Art.

Der Wald-Gelbstern ist ein frühjahrsgrüner Zwiebel-Geophyt. Als Frühblüher zieht er frühzeitig ein und ist daher im Sommer nicht mehr sichtbar. Die zu Ende der letzten Vegetationsperiode in die Zwiebel geleiteten und dort gespeicherten Assimilationsüberschüsse bilden das Reservoir für den zeitigen Austrieb und den Aufbau des Sprosssystems im nächsten Jahr.[2] Die Zwiebel sichert auch die Vegetative Vermehrung. Selten erfolgt diese auch über Brutzwiebeln, sogenannte Bulbillen, im Blütenstandsbereich. Das bedeutet aber auch, dass die Nährstoffe nach der Blütezeit in die zurück in die Zwiebel verlagert werden und demzufolge die Laubblätter nicht vorher durch bspw. Mahd beschädigt werden dürfen.

Gagea lutea mit seinen auffallend gelben Blütenständen. Die Art gedeiht meist an schattigen Standorten.

Der Wald-Gelbstern besitzt ein disjunktes europäisch-ostasiatisches Verbreitungsgebiet. In Europa liegt der Verbreitungsschwerpunkt von Ostfrankreich bis zum Ural, von Süd-Norwegen und Süd-Schweden im Norden bis Norditalien und dem Balkangebirge im Süden. In Ostasien reicht das Gebiet von Kamtschatka über Sachalin bis zu den Japanischen Inseln. In den Allgäuer Alpen steigt er in Bayern nahe der Koblachhütte nördlich von Warth (Vorarlberg) in eine Höhenlage von bis zu 1920 Meter auf. Der Wald-Gelbstern kommt in Edellaubwäldern, Auwäldern, Gebüschen, an Bachrändern und in Wiesen vor. Er wächst auf feuchten, nährstoffreichen Mullböden der collinen bis montanen Höhenstufe, besonders über Kalk.

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