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Wenn es im Naturschutz aktuell Begrifflichkeiten gibt, die einen aufhorchen lassen, so sind dies zweifelsfrei Biodiversität und Klimawandel. Beide beschränken sich dabei keineswegs nur auf den Naturschutz. Sie sind vielmehr interdisziplinär und werden unser Handeln noch über Jahre hinaus prägen, ja sogar bestimmen. Aktuell findet zur Stunde in Paris der 21. UN-Klimagipfel statt und ich ziehe meinen imaginären Hut vor jedem der 150 Landesvertreter. Vor ihnen liegen arbeitsreiche und anstrengende 2 Wochen. Auch wenn die Rede unserer Bundeskanzlerin meilenweit hinter den Erwartungen zurücklag, hoffe ich nach wie vor auf Fortschritte in der aktuellen Klimapolitik.

In Gesprächen mit Studenten oder in meinem Umfeld kamen jedoch Fragen von grundlegender Natur auf. So ist vielen Menschen nicht bewusst, was es mit der globalen Erderwärmung auf sich hat. Es steckt viel mehr dahinter als im Sommer die Klimaanlage von Stufe 3 auf 4 zu stellen. Konsultiert man Studien und Publikationen zu dem Thema so trifft man immer wieder auf die gleichen Zahlen. So haben wir aktuell die höchste Konzentration an Treibhausgasen seit 800.000 Jahren. Die Auswirkungen der Erwärmung (0,11 °C pro Dekade steigt die Gewässertemperatur) auf Flora und Fauna sind aktuell nur anhand von Modellen zu erahnen. Besonders betroffen sind Tiere, die aufgrund ihrer Art nicht schnell in neue Lebensräume wandern können. Bei mobilen Arten hingegen sieht man schon seit geraumer Zeit einen Wandel. So haben laut einer Studie 65 % von 35 nicht wandernden Tagfaltern ihr Areal bis zu 35 km nördlich verlegt. Das Wandern in Richtung Pole lässt sich bei vielen Tierarten beobachten.

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Besonders verändern wird sich die Phänologie, also die jährlichen Abläufe. Der Beginn des Frühlings und der damit einhergehenden Vegetationsperiode wird sich nach vorne in Richtung Jahresbeginn verlagern. Die Meinungen sprechen hier von 2,5 – 5 Tagen pro Jahrzehnt. Die Auswirkungen auf Flora und Fauna wären immens. Das Intergovermental Panel on Climate Change hat die bisher bekannten Fakten und Erkenntnisse über den Klimawandel in seinem Statusbericht aus dem Jahre 2014 gebündelt und publiziert. Dieser englischsprachige Text ist sehr wissenschaftlich gehalten aber dennoch gut verständlich. Außerdem hat man ja die Bilder. Die leicht aufbereitete Zusammenfassung gibt es unter diesem Link, die Langversion für die Hartgesottenen gibt es unterhalb des Beitrages.

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