Endlich mal wieder Zeit diese Kategorie im Blog zu befüllen. Wenn die Tage immer dunkler werden, habe ich etwas mehr Zeit um den Bücherstapel auf meinem Schreibtisch abzuarbeiten. Umso schöner, wenn es sich um ein so trefflich geschriebenes Buch wie „Die Geheimen Zeichen der Natur lesen: Wie man sich in der Wildnis orientiert, Wasser findet, Spuren liest – und andere längst vergessene Fähigkeiten“ von Tristan Gooley handelt.

Tristan Gooley ist geradezu prädestiniert um ein solches Buch zu schreiben, nennt er sich selbst doch einen Natural Navigator, veranstaltet Kurse und Events mit Bezug zu Outdoor, hat diverse Bücher u.a. zu den Themen Outdoor, Navigation, Bushcraft und Wandern geschrieben, Expeditionen auf fünf Kontinenten geleitet und so manches Abenteuer obendrein erlebt. In diese Reihe gesellt sich auch das hier erwähnte Buch. Von der ersten Seite an wird klar, hier kommen unzählige Tipps und Tricks auf den Leser drauf zu. Fast zu viele um sie sich alle zu merken. Zwar lockern ein paar Bilder und Skizzen das Geschriebene auf aber dieses Buch ist keines, was in einem Rutsch durchgelesen werden will. Es ist kein Roman für ein verregnetes Sofa-Wochenende. Vielmehr animiert der Autor zum Mitdenken, zum Überlegen und zum Reflektieren.

Viele der beschriebenen Situationen hat er selbst erlebt (manche fast zu tollkühn um wahr zu sein) und schildert sie auf erstaunlich lebendige Art und Weise. Ich selbst bewege mich ebenfalls sehr viel in der freien Natur und wage zu behaupten, dass ich mich sehr gut in ebendieser auskenne und durchaus fit in Sachen Survival und Navigation bin. Daher war ich erst skeptisch und hatte keine großen Erwartungen an das Buch. Zumindest stellenweise sollte ich Recht behalten. Die unterschiedlichen Themenfelder wie Boden, Bäume, Pflanzen, Himmel und Wetter brachten zumindest mir keine grundlegenden neuen Erkenntnisse. Jedoch waren es die kleinen Details die ich wie kostbare Perlen aus dem Großen und Ganzen picken konnte.

Für jemanden der nicht so versiert im Umgang mit der Natur ist, wird sich dieses Buch sicherlich lohnen und Wissen hervorrufen, was eigentlich bekannt sein sollte, leider aber in Vergessenheit geraten ist, denn wer von uns kann noch ohne GPS, Handy oder sonstigen Hilfsmitteln im freien Gelände navigieren? Wer von uns achtet wirklich bewusst auf die Natur, die Landschaft und Landmarken um sich herum? Dieses Buch offenbart längt vergessenes Wissen unserer Vorfahren und hilft dem Leser dabei, allein durch das Deuten natürlicher Zeichen das Wetter vorhersagen, Spuren zu lesen oder sich im Freien zu orientieren. So öffnen sich die Blüten einiger Blumen zuerst an der südlichen Seite, Zirruswolken gefolgt von Zirrostratus kündigen eine Warmfront mit Regen an und nachts zeigt die Sichel des Mondes die Himmelsrichtung an.

Lest das Buch, schreibt euch die wichtigsten Tipps heraus und erprobt sie im Gelände. Ihr werdet sehen, das (Über)Leben ohne Handy, GPS und Schnickschnack ist gar nicht so schwer.