Thomas Engst
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Deutschland wird aufgrund möglicher Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) überwacht. Vertreter der Vertragsstaaten haben in ihrer Sitzung am vergangenen Dienstag in Genf beschlossen, dass das CITES-Sekretariat Gespräche mit Deutschland führen soll, um die kontroversen Fragen bezüglich der Einfuhr und Ausfuhr seltener Vogelarten zu klären. Zusätzlich stellte der Ausschuss der Vertragsstaaten erstmals fest, dass die Europäische Union Teile des Artenschutzabkommens unzureichend umsetzt.

Im Jahr 2018 wurden bedrohte Papageienarten, die infolge eines verheerenden Hurrikans in Gefahr waren, auf Wunsch des Karibikstaates Dominica nach Deutschland exportiert. Dort wurde ein Zuchtprogramm zur Erhaltung dieser Spezies ins Leben gerufen. Ein Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz gab vor dem Ausschuss zu, dass Deutschland sich in dieser Notsituation für den Export entschieden hatte, obwohl zu dieser Zeit der Handel mit geschützten Arten aus Dominica nicht erlaubt war. Er räumte auch ein, dass Deutschland versäumt hatte, die Ausfuhr von Spix-Aras für eine Zuchtstation in Indien, wie vorgesehen, mit Brasilien abzustimmen. Die Vogelart war einst in Brasilien beheimatet und ist in freier Wildbahn ausgestorben.

Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife in München begrüßte das Ergebnis der CITES-Sitzung sehr und betonte, dass es nun darum geht, dass sich Deutschland erklären muss.

Der CITES-Ausschuss stellte fest, dass in der EU Zuchttiere bedrohter Arten unzureichend dokumentiert werden. Darüber hinaus wurden kommerzielle Zuchtbetriebe für exotische Vögel und Reptilien in der EU bisher nicht registriert (Quelle: Welt.de).