Jedes Jahr laden die Bergleute von Sangerhausen im Mai und August zur Besteigung des Industriedenkmals „Hohe Linde“, nördlich der Stadt, ein. Die Haldenbesteigungen werden vom Blaskonzert der Schalmeienkapelle Martinsrieth begleitet. Die Musiker erklimmen sogar den Gipfel samt Instrumenten! Für einen schmalen Obolus können Interessierte den Aufstieg wagen, und sich Sangerhausen und die Region von oben anschauen. Nachdem ich gestern bereits zum zweiten Mal die imposante Kupferschieferhalde erklommen hatte (im letzten Jahr habe ich glatt den Beitrag dazu vergessen) und erneut die eindrucksvolle Landschaft bestaunen konnte, möchte ich euch heute ein paar Eindrücke und Bilder mitteilen.

Die Schachthalde ist das einzige erhaltene Zeugnis des industriellen Bergbaus in der Stadt Sangerhausen, der im Jahr 1944 mit der Teufe des Thomas-Müntzer-Schachts begann. Bis 1953 erreichte der Schacht seine endgültige Tiefe von knapp 700 Metern. Der bei der Förderung des Kupferschiefers zutage geförderte Abraum wurde zunächst unmittelbar nördlich des Schachtgeländes abgelagert. Für mich ist diese Halde aber neben der Aussicht noch aufgrund ihrer Botanik interessant. Neben Gypsophila muralis sind noch einige Steinbrech-Arten zu finden. Nicht immer ohne Schwierigkeiten. Dank des guten Wetters reichte die Sicht bis zum Petersberg im Osten und zum Auerberg samt Josephskreuz im Norden. Natürlich waren auch das Kyffhäusergebirge, die Thüringer Pforte sowie der Wipperdurchbruch in Thüringen sehr gut zu erkennen. Wer die Halde im kommenden Jahr selbst erklimmen möchte, der sollte diese Seite hier im Blick behalten.

 

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