Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie besitzt eine lange Pfahlwurzel. Der Stängel ist schwach vierkantig, im basalen Bereich entwickelt er eine schwache Behaarung. Die lang gestielten, nierenförmigen Grundblätter sind am Rand buchtig gekerbt. Die Stängelblätter sind wechselständig angeordnet. Sie weisen eine herzförmige Blattspreite mit gebuchtetem Rand auf.

Die Knoblauchrauke blüht von April bis Juli. In einem endständigen, traubigen Blütenstand sitzen viele Blüten.

Die Knoblauchrauke ist ein zweijähriger (bis ausdauernder) Hemikryptophyt und eine Schaftpflanze. Sie ist bis 1 m hoch, an mageren Standorten wurden aber fruchtende Pflanzen von nur 5 cm Höhe gefunden, was ein gutes Beispiel für die Modifikationsbreite dieser Art gibt.

Zur optimalen Lichtausnutzung sind die unteren Blätter relativ groß und lang gestielt und werden nach oben hin deutlich kleiner und kurzstieliger. Die Pflanze tötet Mykorrhizapilze ab, von denen wiederum Keimlinge von Bäumen abhängen.

A. petiolata bietet den Nektar, der sich an der Basis der Blüte sammelt, frei zugänglich an. So finden sich neben Bienen, Fliegen und Schwebfliegen auch Käfer als bestäubende Insekten ein. Zusätzlich zur Fremdbestäubung ist der Knoblauchsrauke Selbstbestäubung möglich.

Die Laubblätter von Alliaria petiolata weisen eine herzförmige Blattspreite mit gebuchtetem Rand auf.

Die Knoblauchsrauke verbreitet ihre Samen überwiegend durch Semachorie. Werden die Stängel, an denen die Schoten schräg ausgerichtet hängen, vom Wind oder von vorbeistreifenden Tieren oder Menschen in Bewegung versetzt, lösen sich die ausgereiften Samen von der Schote ab und werden ausgestreut. Wie viele andere Pflanzen auch verfügt die Knoblauchsrauke über mehrere Ausbreitungsstrategien. Bei Regen verschleimen die Samen und bleiben im Fell vorbeistreifender Tiere haften. Sie werden durch diese Strategie, die sogenannte Epichorie, über eine größere Distanz verschleppt als durch die Semachorie. Die vegetative Vermehrung wird über unterirdische Ausläufer und Wurzelsprosse sichergestellt.

A. petiolata eine Pflanzenart der Laubwälder, gedeiht aber besonders gut in Gebüschen und Hecken sowie an Mauern und Wegrainen, in Gärten und auf Schuttplätzen (Ruderalstellen). Sie befindet sich dort häufig in der Gesellschaft von Brennnesseln. Wie diese schätzt sie frische, stickstoffreiche Lehmböden. Heute ist sie häufig auch in schattigen Parkanlagen und in Gehölzen im städtischen Raum zu finden. Die Knoblauchsrauke ist ein Stickstoffzeiger und eine Halbschattenpflanze. Auch in Astgabeln von Bäumen kann sie epiphytisch wachsen.

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