Mercurialis perennis wächst als mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern. Obwohl zu den Wolfsmilchgewächsen gehörend, besitzt sie keinen Milchsaft. Sie hat einfache, vierkantige, am oberen Abschnitt beblätterte Stängel (unten nur mit Schuppenblättern). Die Laubblätter sind deutlich gestielt, elliptisch bis länglich-eiförmig und etwa dreimal so lang wie breit. Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Das Wald-Bingelkraut ist zweihäusig getrenntgeschlechtig, es gibt also weibliche und männliche Pflanzen mit entweder weiblichen oder männlichen Blütenständen. Die Blüten sind klein, grün und reduziert. Die männlichen Blüten haben zahlreiche Staubblätter.

Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis).

M. perennis ist ein Rhizom-Geophyt, dies erklärt auch die Robustheit gegenüber Störungen. Es findet reichlich vegetative Vermehrung durch verzweigte Ausläufer statt, weswegen männliche und weibliche Pflanzen oft getrennt stehen. Beim Trocknen beispielsweise im (Herbarium) lässt sich eine interessante Erscheinung beobachten. So nehmen die Pflanzenteile durch Bildung von Indigo einen blauschwarzen Metallglanz an. Die Blüten sind eingeschlechtig und riechen durch Amine fischartig. Ebenfalls fallen die Blätter durch einen unangenehmen Geruch auf. Die Bestäubung von Mercurialis perennis erfolgt durch Insekten und durch den Wind. Die Art ist windblütig.

Die Blätter von M. perennis sind wechselständig und verbreiten einen markanten, fast schon unangenehmen Geruch.

Das Wald-Bingelkraut ist in Europa und Vorderasien verbreitet. Man findet es häufig und gesellig in krautreichen Buchen- und Nadelwäldern, auch in Eichen- und Eschenauenwäldern oder in Hochstaudenfluren. Es bevorzugt feuchten, nährstoff- und basenreichen, lockeren Boden an eher schattigen Standorten. Es zeigt Sickerwasser an. In Lehm- und Kalkgebieten tritt es oft in großen Gruppen auf.

Fun Fact: An dieser Art entdeckte Rudolf Jacob Camerarius 1694 in Tübingen die Sexualität der Pflanzen.

In der Medizin wird das Wald-Bingelkraut aufgrund seiner abführenden Wirkung geschätzt. Aber Vorsicht. Die Pflanze ist auch giftig. Alle Pflanzenteile haben zur Fruchtreife den höchsten Wirkstoffgehalt. Das getrocknete Kraut soll ohne Wirkung sein. Die ganze Pflanze gilt insgesamt als wenig giftig. Hauptwirkstoffe sind Saponine, Methylamin, Trimethylamin.

Mercurialis perennis wirkt abführend und ist hochgiftig.

Vergiftungserscheinungen: Die Wirkung als Abführmittel ist den Saponinen zuzuschreiben. Vergiftungen beim Menschen sind kaum zu erwarten.

Durch die Aufnahme von Mercurialis-Arten kann es bei Pferden, Schweinen und Wiederkäuern zu einer Gastroenteritis und Schädigung der Nieren und der Leber kommen. Als Symptome treten vielfach erst nach Tagen auf: Speichelfluss, Fresslust, Teilnahmslosigkeit, Stöhnen, als charakteristisches Merkmal Torticollis (schiefe Halsstellung), steigende, dann sinkende Temperatur, Rotblaufärbung des Harns (bei Wiederkäuern auch der Milch), pochender Herzschlag mit frequentem, kleinen Puls, zunehmende Schwäche. Auch der Tod kann eintreten.

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