Bei manchen Pflanzenarten verhält es sich wie mit dem Yeti. Ihre Sichtungen sind selten wenn man dann mal eine dieser Arten gesehen hat, mag es niemand glauben. So ähnlich verhält es sich mit dem Illyrischen Hahnenfuß (Ranunculus illyricus). Diese recht blühfaule Art zeigt in manchen Jahren lediglich ihre Blätter, schafft es aber selten zur Blüte und gilt daher vielerorts als Mythos. In den vergangenen Tagen hatte ich das Glück, diese schöne und markante Art entdecken zu können und möchte sie euch keineswegs vorenthalten.

Ranunculus illyricus ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen von 30 bis 50 Zentimeter erreicht. Die Pflanze bildet unterirdische Ausläufer und Wurzelknollen. Der Stängel und die Blätter sind dicht weiß behaart. Dabei handelt es sich übrigens um das markanteste Bestimmungsmerkmal der Art.  Die Grundblätter besitzen drei bis fünf Abschnitte erster Ordnung. Die Abschnitte sind lineal-lanzettlich und unzerteilt. Oft blüht diese Pflanze nicht und entwickelt nur unzerteilte Grundblätter. Die Staubbeutel sind gelb.

Ranunculus illyricus

Die Blütezeit von Ranunculus illyricus reicht von Mai bis Juni, wobei das zur Verfügung stehende Wasser deutlich Einfluss auf die Blühdauer nimmt. Gerade der trockene Sommer des Vorjahres hat den Beständen der in Sachsen-Anhalt gefährdeten Art stark zugesetzt. Hoffentlich können sich die Populationen in diesem Jahr etwas erholen. Ranunculus illyricuskommt in Europa in Mittel-Europa, Italien sowie dem gemäßigten bis warmgemäßigten Südost-Europa vor. Nordwärts reicht ihr Gebiet bis Südschweden. Sie wächst auf reicheren und oft ruderal beeinflussten, kontinentalen Sand- und Trockenrasen sowie trockenen Wiesen.

Ranunculus illyricus

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