Ein paar Pflanzen stechen eher durch ihren deutschen Trivialnamen statt ihres Aussehens hervor. So zum Beispiel auch Thesium bavarum, welches u.a. die deutschen Namen Berg-Leinblatt, Bayerisches Vermeinkraut oder Bayerisches Leinblatt trägt. Die Pflanze ist ausdauernd und krautig. Unter guten Bedingungen erreicht Thesium bavarum Wuchshöhen zwischen 30 und 90 cm. Wobei sämtliche Bedingungen stimmen müssen, um den knappen Meter zu erreichen. Der kantige Stängel ist aufrecht. Er ist verzweigt und häufig reich beblättert. Die Laubblätter von Thesium bavarum sind von auffallend blaugrüner Farbe und lanzettförmig. Sie sind drei- bis fünfnervig und zwischen 2 und 4 cm lang und 3 bis 7 mm breit und ganzrandig kahl.

Die Einzelblüte von Thesium bavarum ist nahezu winzig.

Thesium bavarum ist in den Alpen, in Mittel- und Südosteuropa, sowie in Italien zuhause. Die Art bevorzugt einen trockenen und kalkreichen, lockeren Lehm- oder Lössboden. Sie wächst bevorzugt in Gegenden mit warmem Klima und viel Sonne. Oft kommt sie an trockenen Gebüschen, in lichten Trockenwäldern oder am Rand davon vor. Auch ist Thesium bavarum ein Halbschmarotzer, welcher seinen Wirtspflanzen Wasser und Nährsalze entzieht. Es scheint allerdings keine besondere Wirtsspezifität zu bestehen. Die obersten Blüten im Blütenstand sind häufig auffällig klein. Sie bleiben geschlossen und befruchten sich über Kleistogamie selbst. Die übrigen Blüten werden von Bienen bestäubt.

Thesium bavarum ist eine äußerst filigran anmutende Art, welche durchaus ökologische Besonderheiten aufweist.

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