Seit ein paar Jahren grassiert das sogenannte Usutu-Virus und dezimiert die heimischen Amselpopulationen.  Die Thematik wurde bereits hier im Blog behandelt. Nachdem es in den letzten Monaten verhältnismäßig ruhig war, nimmt das Virus nun wieder Fahrt auf. Der NABU, welcher sich der Problematik nahezu seit Beginn im Jahr 2011 annimmt, hat auf das erneute Auftreten aufmerksam gemacht und bittet um Mithilfe. Seit Jahresbeginn wurden dem NABU deutschlandweit bereits über 1.300 Verdachtsfälle gemeldet, die über 2.500 kranke, meist sogar bereits verstorbene Vögel betreffen. Im vergangenen Jahr, in dem die Usutu-Epidmie bisher am stärksten war, waren es im gleichen Zeitraum lediglich 800 Meldungen.

Usutu-Verdachtsmeldungen in den einzelnen Bundesländern 2019 (Stand: 12. August 2019, Grafik: NABU).

In meinem Wirkungsbereich (Sachsen-Anhalt) sind mir bis dato noch keine Fälle untergekommen. Auch im Gespräch mit landesweit aktiven Ornithologen konnte ich keinerlei Auffälligkeiten in ausmachen. Entweder gibt es hier im Land nominell weniger Virsuopfer unter den Amseln (s. Grafik) oder es werden keine Meldungen vorgenommen. Wie dem auch sein, andernorts geht es wesentlich heftiger zur Sache und die Todesfälle gehen in den dreistelligen Bereich. Unangefochtene „Spitzenreiter“ sind hierbei Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Fleuber / Pixabay

Der NABU macht auf seiner Seite erneut auf die Problematik aufmerksam und bittet um eure Mithilfe. Wenn ihr auf euren Streifzügen eine leblose Amsel seht, so meldet sie doch bitte dem Naturschutzbund. Dafür steht euch ein dediziertes Meldeportal zur Verfügung, welches hilft, die genaue Situation im Land zu erfassen und ggf. Trends abschätzen zu können.

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