Batrachochytridium salamandrivorans klingt schon nicht gut. Wie so oft stimmt auch die die erste Ahnung. Hinter dem nahezu unaussprechlichen Wort verbirgt sich ein Hautpilz der bestandsgefährdend für unsere heimischen Feuersalamander werden kann, sofern er sich erfolgreich ausbreitet. In den Niederlanden und Belgien gehen bereits ganze Bestände auf sein Konto und nun wurde dieser unangenehme Pilz in Deutschland nachgewiesen. In einer Zeit in der wir das größte Artensterben der Geschichte miterleben dürfen/müssen gehören Amphibien zu den am stärksten gefährdeten bzw. am schnellsten im Bestand schrumpfenden Spezies. Einerseits werden ihre Bestände und Lebensräume aktiv durch den Menschen zerstört, andererseits zeichnet sich eine global agierende Pilzerkrankung für deren Rückgang verantwortlich.

„Salamandra salamandra MHNT 1“ von Didier Descouens - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons

„Salamandra salamandra MHNT 1“ von Didier Descouens – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons

Die  Evolutionsbiologen Sebastian Steinfartz und Miguel Vences von der TU Braunschweig haben mit ihrem Team nun erstmals die beiden Amphibien-Chytridpilze Batrachochytridium salamandrivorans (Bsal) und Batrachochytridium dendrobatitis (Bd) nachgewiesen. Besonders Bsal gilt al äußerst aggressiv und ansteckend. Der erfolgreiche Nachweis gelang in einer privaten Haltung von Feuersalamandern in der die Tiere typische Syptome wie Hautblessuren zeigten. Der Pilz frisst buchstäblich Löcher in die Haut und verhindert so ein Atmen der Tiere. Der Tod trittinnerhalb weniger Tage ein. Höchstwahrscheinlich hat der Pilz seinen Weg über den Import asiatischer Schwanzlurche nach Europa gefunden. Eine Ansteckung von Molchen steht bisher aus, bleibt aber zu befürchten. Nun ist der Feuersalamander nicht mit hohen Stückzahlen in der freien Wildbahn gesegnet, daher muss unbedingt ein Monitoring ob des Schaden bzw. der Verbreitung des Schadens erfolgen. Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die Infektion kann durch einen kurzen Temperatureinfluss von 25 Grad Celsius bekämpft werden, sofern man sie rechtzeitig erkennt. Genau darin besteht nun die Herausforderung. Möge sie uns gelingen (Quelle: NABU).

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