Es folgt eine Pressemeldung des WWF Deutschland: Sie verhaken sich am Meeresgrund, reißen sich in Stürmen los oder werden illegal entsorgt – es gibt viele Wege wie herrenlose Fischernetze, sogenannte Geisternetze, ins Meer geraten. Dort werden sie zur tödlichen Falle für Meeresbewohner und machen außerdem zwischen 30 und 50 Prozent des Meeresplastiks aus. Um sie in Zukunft besser finden und bergen zu können, hat der WWF Deutschland den „WWF Geistertaucher“ entwickelt; eine innovative App, mit der sich Taucher oder Fischer an der Suche nach den Netzen beteiligen können. Sie wird derzeit auf der Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf erstmals vorgestellt.

Um Geisternetze unter Wasser zu finden, ist das Wissen der Menschen vor Ort von unschätzbarem Wert. Mithilfe des „WWF Geistertauchers“, die bisher die einzige App ihrer Art auf dem Markt ist, können deshalb insbesondere Taucher, aber auch Fischer, Segler und Wassersportler auf einer Karte Netze und andere Fundstücke melden sowie bereits gemeldete Sonarpunkte verifizieren. Neben der Position können auch Informationen wie Koordinaten, Tauchtiefe, Kurzbeschreibung und Fotos des Funds hochgeladen werden. Im Anschluss überprüfen professionelle Bergungstaucher die Objekte und bergen sie gegebenenfalls.

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2204574 (CC0), Pixabay

„Durch die App übernehmen Sporttaucher einen wichtigen Arbeitsschritt bei der Suche nach Geisternetzen. So können in Zukunft Fischernetze effektiver, zahlreicher und schneller entfernt werden“, sagt Geisternetz-Referentin Gabriele Dederer. Der WWF weist in seiner App ausdrücklich darauf hin, dass sie ausschließlich als Melde- und Verifizierungs-Tool zu verstehen ist. Netze oder Munition selbst zu bergen, kann lebensgefährlich sein.

WWF-Geisternetze-App (Bildquelle: WWF Deutschland).

Seit 2013 arbeitet der WWF daran, die Meere von Geisternetze zu befreien. Mithilfe von Sonar-Geräten wurden im letzten Jahr bereits sieben Tonnen herrenlose Fischernetze geortet und aus der Ostsee geholt. Durch die „Geistertaucher“-App soll die Erfolgszahl nun weiter steigen. Das Pilotgebiet der App wird sich zunächst auf die Ostsee beschränken. Im Folgejahr 2021 ist eine Ausweitung auf die Nordsee geplant. „Gemeinsam mit den Nutzern der App können wir unser Ziel, Nord- und Ostsee von Geisternetzen zu befreien, erreichen“, so Gabriele Dederer.

Die „Geistertaucher“-App wird noch bis Sonntag auf der Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf präsentiert. Sie ist ab sofort in deutscher und englischer Sprache im App-Store für Android und im Laufe der Woche auch für iOS kostenfrei erhältlich. Mitfinanziert wird das Projekt von PreZero, der NUE-Stiftung, der BINGO Umweltlotterie und EGEOS.

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