Die Staaten im Rheineinzugsgebiet haben heute das Programm „Rhein 2040“ beschlossen. Ziel ist, den Rhein und seine Zuflüsse klimaresilient zu entwickeln und nachhaltig zu bewirtschaften. Die erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) beweist seit 70 Jahren, dass beim Gewässerschutz gemeinsam mehr erreicht werden kann.

Am Donnerstag trifft Bundesumweltministerin Svenja Schulze ihre Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich, Liechtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz sowie der belgischen Region Wallonien und der Europäischen Kommission in Amsterdam. Im Zentrum der diesjährigen Rheinministerkonferenz steht die Bilanz des Programms zur nachhaltigen Entwicklung des Rheins „Rhein 2020“, das seit 2001 läuft und die Arbeit der IKSR lange geprägt hat.

Im Gewässer- und Naturschutz gelang den Rheinstaaten ein Sprung nach vorn. Durch die Anbindung von 160 Altarmen an den Fluss wurden neue Lebensräume geschaffen, insbesondere so genannte Fischkinderstuben. Lachse und Maifische kehren heute in frühere Laichhabitate zurück, nachdem 600 Hindernisse für die Fischwanderung beseitigt wurden. Das Hochwasserrisiko ist gegenüber 1995 um beeindruckende 25 Prozent gesunken, vor allem durch den Bau von Hochwasserrückhalteräumen.

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Das Rheintal ist eine durchaus vom Menschen geprägte aber naturschutzfachlich sehr wertvolle Gegend (Bild:Couleur (CC0)) Pixabay

In Amsterdam bringen die Rheinministerinnen und -minister das neue Programm „Rhein 2040“ auf den Weg. Damit setzen sie den politischen und fachlichen Rahmen für die Arbeit der IKSR in den kommenden 20 Jahren. Um den Rhein und sein Einzugsgebiet nachhaltig zu bewirtschaften und klimaresilient zu machen, setzen sich die acht Staaten und die EU folgende übergeordneten Ziele: Vernetzte Lebensräume – mehr Biodiversität; gute Wasserqualität; Minderung der Hochwasserrisiken und Niedrigwasser verkraften. Diesen Zielen sind konkrete Unterziele und Aufgaben zugeordnet, zum Beispiel die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit für Fische an mindestens 300 weiteren Wanderhindernissen. Um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen, wird unter anderem die Anpassungsstrategie der IKSR aktualisiert. Außerdem wollen die Staaten enger bei der Bewältigung von extremen Niedrigwasserphasen kooperieren.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Mit dem neuen Programm ‚Rhein 2040‘ stellen sich die Rheinministerinnen und -minister den Auswirkungen des Klimawandels. Das Dürrejahr 2018 war eine deutliche Warnung, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen könnte. Die Verfügbarkeit von Wasser ändert sich im gesamten Rheineinzugsgebiet. Die Temperaturen steigen. Nur gemeinsam können wir diese Herausforderungen bewältigen. Ich freue mich sehr, dass Frankreich einen klaren Zeitplan für das Voranbringen der Wanderfische am Oberrhein vorgelegt hat. Die langen und intensiven Diskussionen in der IKSR haben sich gelohnt. Die Staustufen Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün sind der ‚Korken in der Flasche‘. Wenn sie nicht zeitnah für Wanderfische passierbar werden, erreicht der Lachs Basel erst mit deutlicher Verspätung.“

Die IKSR ist eine der ältesten und erfolgreichsten Flussgebietskommissionen. Sie dient weltweit als Vorbild. Sie wurde am 11. Juli 1950 von Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz mit dem Ziel gegründet, die Verschmutzung des Rheins zu untersuchen, Gewässerschutzmaßnahmen zu empfehlen, Mess- und Analysemethoden zu vereinheitlichen und Messdaten auszutauschen (Quelle: Pressemeldung des BMU).

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