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Zu den alljährlich wiederkehrenden Dingen in meinem Botanikjahr gehört das Zählen der Winterblattrosetten unterschiedlicher Orchideenarten. Warum im Winter? Nun, viele Orchideen kumulieren in den Wintermonaten Nährstoffe und haben dazu oberirdische Blätter, die derzeit sehr gut zu erkennen und zu unterscheiden sind.

So ging es gestern wieder kreuz und quer durch den Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Ziel der Suche waren Populationen der Bocksriemenzunge (Himanthoglossum hiercinum).

Nicht immer fallen die Winterblattrosetten der Bocksriemenzunge sofort ins Auge.

Hat man sich erstmal eingeguckt, fallen die großen, teilweise fleischigen Blätter sofort ins Auge.

Gezählt werden alle Rosetten der gleichen Art, wobei hin und wieder ganz schön akribisch in der Streu- und Moosschicht gesucht werden muss. Manche Winterblätter sind derart klein, dass sie leicht übersehen werden. Zum Glück die Ausnahme.

Auf einer Zählfläche kam ich gestern auf 30 Individuen. Rekord. Leider kommen davon nicht alle Pflanzen zur Blüte. Dafür ist dieser Standort zu trocken. Aber darüber schreibe ich dann im Sommer des nächsten Jahres.

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