Anfang des Jahres ist die Zeit der Nieswurze. Aktuell sind die auffälligen Blüten Dieser Pflanzen deutlich zu sehen und bereichern die noch überwiegend triste Landschaft. Heute soll es also wieder um eine Art aus der Gattung Helleborus gehen, nämlich um Helleborus foetidus, die Stinkende Nieswurz.

Die zu den Halbsträuchern zählende H. foetidus wächst horstig und wird bis zu 60 Zentimeter hoch und 60 bis 90 Zentimeter breit. Die einzelnen Triebe bilden Stämmchen, die einige Jahre wachsen, bis sie die Blühreife erlangen, nach der Samenreife sterben sie ab. Zuvor wachsen Seitentriebe aus ruhenden Knospen, die bereits im darauffolgenden Jahr wieder blühen können.

Die Stinkende Nieswurz ist in Süd- und Mitteleuropa beheimatet und ähnlich wie andere Arten der Gattung der Nieswurzen mittlerweile eine häufige Gartenpflanze.

Die Blüten dieser sehr früh blühenden Art erscheinen im Herbst und öffnen sich bereits im späten Winter bis zum Beginn des Frühjahrs. Die robuste und gut frostharte Pflanze ist immergrün und produziert Büschel becherförmiger, nickender, 5 cm breiter hellgrüner Blüten, die gelegentlich einen leicht rötlichen Blütenrand (s. obiges Bild) aufweisen. Die Blüten bestehen aus jeweils fünf Blütenhüllblättern und an ihrem Grund befinden sich kleine, schlauchförmige Nektarblätter. Der dort angebotene Nektar ist nur für Hummeln und Pelzbienen erreichbar.

Markante Erkennungsmerkmale von H. helleborus sind Büschel becherförmiger, nickender Blüten, die einen leicht rötlichen Rand aufweisen.

Die Pflanze des europäischen Südwestens erreicht in Mitteleuropa den östlichen Rand ihres natürlichen Verbreitungsgebiets. Helleborus foetidus kommt zerstreut, aber gesellig in krautreichen Eichen- und Buchenwäldern, in Schlehengebüschen und an Waldsäumen vor. Des Weiteren bevorzugt die Art steinigen, zumindest etwas kalkhaltigen, lockeren, humosen Lehm- oder Lößboden, in Gegenden, in denen eher hohe Luftfeuchtigkeit als Trockenheit herrscht und wo während des Winters extreme Fröste fehlen.

Wie für Arten der Gattung Helleborus üblich, besitzen auch die Laubblätter von H. foetidus einen gezähnten Spreitenrand und sind von eher lanzettlicher Form.

Die Pflanze ist durch das Helleborin sehr giftig. Dabei handelt es sich um ein Saponingemisch, das hauptsächlich aus Steroidsaponinen besteht. Es wirkt schleimhautreizend und regt zum Niesen an. Hellebrin wurde bei neueren Untersuchungen nicht festgestellt. Die Blütenblätter enthalten Ranunculosid. Früher wurde die Stinkende Nieswurz in der Volksmedizin als Heilpflanze verwendet, sie ist aber wegen unerwünschter Nebenwirkungen dafür nicht mehr in Gebrauch.

Die hängenden Blüten von H. foetidus sind vorweibliche „Glockenblumen mit klebrigem Pollen“. Sie werden von Bienen bestäubt. Hefekulturen zersetzen teilweise den Nektar. Sie erzeugen in der Blüte Temperaturen, die bis zu 6 °C über der der Umgebung liegen können und auch bei tiefen Temperaturen Hummeln zur Bestäubung anlocken.

Wie die gleichfalls zu der Gattung der Nieswurzen gehörende Schwarze Nieswurz (Helleborus niger) ist sie eine beliebte Gartenpflanze. Unter den Arten dieser Gattung ist sie die Pflanze, die am besten Sonne und Trockenheit toleriert. Im Garten etablierte Pflanzen säen sich oft selbst aus.

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