Traditionsgemäß führt der NABU im Winterhalbjahr seine „Stunde der Wintervögel“ durch. Hierbei werden Freiwillige aufgefordert, sich an einer landesweiten Zählung aller Vögel, welche sich, bspw. auf dem eigenen Grundstück, an Futterstellen blicken lassen. Diese werden dann nach Arten erfasst und in ihrer Häufigkeit vermerkt. So können über einen langen Zeitraum durchaus wertvolle Daten erhoben werden. Für die Saison 2019 liegen nun erste Zahlen vor und diese sind teilweise erschreckend.

Insgesamt 138.000 Teilnehmer haben sich an der bereits neunten Zählaktion beteiligt und bescherten dem NABU damit einen Teilnahmerekord. Weniger erfreulich ist das Ergebnis der Vogelzählung. Die Gesamtzahl der pro Garten gemeldeten Vögel liegt mit nur 37,1 unter dem langjährigen Mittel. Sie ist die zweitniedrigste Zahl nach dem Rekordminus von 34,4 im Jahr 2017. 2011 wurden noch fast 46 Vögel pro Garten gemeldet. Als Grund für das Schwinden der Beobachtungen führt der NABU an, dass die milden Temperaturen noch für ausreichend Nahrung in Feld und Flur gesorgt haben und die Vögel daher keinen Bedarf für menschliche Futterstellen sehen. Ob sich dieser Annahme bewahrheitet oder der Vogelschwund andere Ursachen hat, muss in den kommenden Jahren beobachtet werden.

Das größte Sorgenkind der NABU-Vogelschutzexperten ist die Amsel. Sie fuhr mit nur 2,67 Vögeln pro Garten bei der aktuellen Stunde der Wintervögel das bisher schlechtestes Ergebnis ein. Einerseits machte der trockene Sommer des vergangenen Jahres den Jungvögeln sehr zu schaffen, andererseits schlug das Usutu-Virus gnadenlos zu und dezimierte die Bestände. Die Nachwirkungen der Epidemie werden anhand der Meldungen aus Hamburg erneut sichtbar. Dort hatte das Virus am heftigsten zugeschlagen. Laut den aktuellen Zahlen gab es mit nur noch 2,01 Amseln pro Garten einen Verlust von 42 Prozent. Ein extremer Rückgang – noch in keinem Jahr waren zuvor weniger als 3,4 Amseln pro Garten gesehen worden.

Die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2019 werden anhand einer interaktiven Karte dargestellt. Für mehr Infos, bitte klicken (Quelle: NABU).

Die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2019 hat der NABU mittels interaktiver Karte visualisiert und hier für euch bereitgestellt. Anhand eines Reglers lassen sich die Ergebnisse der verschiedenen Jahre einblenden und geben so einen sehr guten Überblick über die Entwicklungen der einzelnen Artbestände. Schaut mal rein (Quelle: NABU).