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Vor ein paar Tagen schrieb ich an dieser Stelle von der aktuellen Bestandssituation der Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum) in Sachsen-Anhalt. Diese Orchideenart stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und breitet sich seit vielen Jahren nach Norden aus. In Sachsen-Anhalt bevölkert sie Trockenrasen und ist noch eine botanische Seltenheit. Ihr Lebensraum trägt auch gleich das Problem im Namen. Trockenheit ist jeder Pflanze Feind. Nach unterschiedlich langer Dauer zwingt sie jedes Pflänzchen in die Knie. So auch die Bocksriemenzunge, welche ich in der letzten Woche aufgesucht und schon Schlimmes für sie befürchtet habe.

Die Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum) vor der Blüte.

Sah die einzige blühende Pflanze bei meinem letzten Besuch noch vielversprechend aus, belehrte mich der heutige Kontrollgang eines Besseren. Die anhaltende Trockenheit in Kombination mit dem extremen Standort hatten die Pflanze leider vertrocknen lassen. Schade. Seit Jahren krepelt diese Population vor sich in und ich bin gespannt, wie lange sie das noch aushält.

Himantoglossum hircinum im vertrockneten Zustand.

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