Eine der wohl größten Aufgaben unserer Zeit ist die Umgestaltung der individuellen Mobilität. Setzen heutzutage noch (zu) viele Menschen beim Individualverkehr auf ein Auto mit (meistens) einem Verbrennungsmotor, so zielt die Zukunft darauf ab, den Personenverkehr zu stärken und alternative Varianten zur Fortbewegung in den Vordergrund zu rücken. Meiner Meinung nach sind aktuelle Hypes wie Elektrofahrzeuge, in Anbetracht ihres nicht vertretbaren ökologischen Fußabdrucks, keine ernsthafte Alternative. Es braucht nominell weniger Autos auf den Straßen, wenn sich nachhaltig etwas in Sachen Klimaschutz ändern soll. Weg von vier und hin zu zwei Rädern eben. Passend dazu hat die Universitätsstadt Tübingen ein Projekt angestoßen, welches sich des Themas Mobilitätswende annehmen und die Stadt zukunftsweisend machen soll.

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Größte Herausforderung für den Radverkehr in der Universitätsstadt Tübingen ist die Topographie. Damit das Zentrum mit Fahrrädern leichter erreicht werden kann, soll eine attraktive durchgehende Radweginfrastruktur mit Anschluss an das bestehende Radwegnetz der Stadt geschaffen werden. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, hat heute Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer den Förderbescheid über 4,8 Millionen Euro aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) für das Projekt „Blaue Drehscheibe Tübingen“ übergeben. Mit einem symbolischen Baggerbiss am Europaplatz starteten sie gemeinsam das klimafreundliche Radprojekt.

Rita Schwarzelühr-Sutter: „Fahrradfahren ist gesund und schont das Klima. Daher ist das Radinfrastrukturprojekt ‚Blaue Drehscheibe Tübingen‘ ein starkes Signal für eine nachhaltige Mobilität. Mit unserer Bundesförderung aus der Nationalen Klimaschutzinitiative sorgen wir dafür, dass Tübingen einer der attraktivsten Orte für den Radverkehr in Deutschland wird.“

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Das Bundesumweltministerium unterstützt den Bau einer direkten Ost-West-Radverkehrsachse, eines „blauen Bandes“, das den Hauptbahnhof und den Zentralen Omnibusbahnhof am Europaplatz für Radfahrende besser und komfortabler anbindet. So werden die beiden wichtigsten Schnittstellen und Umsteigeorte für Berufspendelnde und Studierende bequem mit dem Umweltverbund verknüpft. Darüber hinaus werden ein Fahrradparkhaus und weitere Abstellmöglichkeiten am Bahnhof für insgesamt 2.000 Fahrräder realisiert. In Kombination mit den drei neuen Radverkehrsbrücken in Nord-Süd-Richtung, die ebenfalls im Förderprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ umgesetzt werden, entsteht mit der Radwegverbindung die kürzeste und schnellste aller Mobilitätsoptionen für die Menschen vor Ort.

Im Rahmen des Förderaufrufs „Klimaschutz durch Radverkehr“ der NKI werden modellhafte, investive Projekte zur Verbesserung der Radverkehrssituation in konkret definierten Gebieten wie beispielsweise Wohnquartieren, Dorf- oder Stadtteilzentren gefördert. Seit 2016 hat das Bundesumweltministerium bundesweit bereits 44 Einzel- und 19 Verbundvorhaben zum Radverkehr im Rahmen des Förderaufrufs mit einem Fördervolumen in Höhe von rund 92 Millionen Euro unterstützt (Pressemeldung des BMU).

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