Die Gattung der Glockenblumengewächse (Campanula) ist äußerst manngifaltig und an sehr viele Lebensräume dieser Welt angepasst. Ein paar Arten dieser Gattung habe ich euch ja bereits hier im Blog vorgestellt. Mit dem heutigen Artportrait bekommen die bisherigen Glockenblumen Gesellschaft. Heute geht es um die Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri).

Bei C. scheuchzeri handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze mit kriechendem Wurzelstock und aufrechtem, kahlem Stängel. Dieser hebt die Pflanze in Wuchshöhen von 5 bis 40 Zentimeter empor, wobei die 40 Zentimeter schon äußerst imposant sind. Normal sind eher 5 bis 25 (30) Zentimeter.  Die lang gestielten Grundblätter sind rundlich-nierenförmig bis herzförmig und zur Blütezeit bereits vertrocknet, dieser Umstand ist ein sehr gutes Merkmal für die Bestimmung. Die am Stängel ansitzenden Stängelblätter sind von lineal-lanzettlicher Form und weisen an der Basis eine dezente Behaarung auf. In der Botanik heißt das bewimpert. Nach oben werden die Stängelblätter schmaler und laufen nahezu spitz aus.

Campanula scheuchzeri

Die aufrechten oder leicht nickenden Blüten stehen einzeln oder in einer wenigblütigen (meist zu zweit bis fünft, seltener bis zu siebent), lockeren, meist etwas einseitswendiger Traube. Die blauviolette  Krone ist glockig, sieht typisch glockenblumig aus und wird zwischen 18 und 26 Millimeter lang. Sie ist bis zum Viertel der Länge in eiförmige, gespitzte Zipfel gespalten. Die Krone ist meist intensiver gefärbt als bei den anderen verwandten Arten. Aber hier gilt es Vorsicht walten zu lassen. Ist der Wuchsort arg dem Sonnenlicht ausgesetzt, so kann die Farbe verblassen und etwas ausgewaschen wirken. Die Blütezeit reicht von Juli bis August.

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Gebirge Mittel- und Südeuropas zwischen einer Höhe von 1000 und 3200 m. Die Bilder für den Beitrag habe ich in Österreich am Kitzbüheler Horn und am Großglockner aufgenommen. In Deutschland gibt es lediglich ein Reliktvorkommen außerhalb der Alpen, welches sich im Schwarzwald befindet. Als Standort werden Wiesen, Weiden und auch Felsschutt auf meist sauren Böden bevorzugt.

In Sachen Ökologie weist diese Arten eine Besonderheit auf. C. scheuchzeri ist eng mit der Rundblättrigen Glockenblume (C. rotundifolia) verwandt und es gibt eine Vielzahl von Naturhybriden, die nicht eindeutig zuzuordnen sind. Wie bei allen Glockenblumen-Arten wird durch Proterandrie (die zeitliche Verschiebung von Pollen- und Narbenreife) Selbstbestäubung verhindert.

Campanula scheuchzeri

 

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