Die letzten vier Tage verbrachte ich wandernd im Harz. Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge lockt mit einer atemberaubenden Landschaft, viel Natur sowie immer neuem Unbekannten zum Besuchen ein. Die Harzer Wandernadel ist dabei ein willkommener Ansporn, führt diese doch an Stellen, die ansonsten unbeachtet bleiben würden.

Die schönsten  zwei Touren der vergangenen Tage möchte ich euch in jeweils eigenen Beiträgen vorstellen. Vielleicht springt der Funke auf euch über und wir treffen uns demnächst im wunderschönen Harz.

Los ging die Tour an Himmelfahrt mit dem Sonderstempel „Burgruine Alter Falkenstein“, dieser ist ein sogenannter wandernder Stempel und nur begrenzte Zeit an einem Ort. Kommt man zu spät, ist er verschwunden und wartet an einem neuem Ort auf den freudigen Finder. Durch die frühe Stunde meiner Wanderung bedingt, begegneten mir auf der gesamten Tour keine anderen Menschen. So lob ich mir das und erfreute mich an der Ruhe und an der Musik des Waldes.

 

Die Sonderstempelstelle „Burgruine Alter Falkenstein“ der Harzer Wandernadel.

Zugegeben diese Stempelstelle macht auf den ersten Blick nicht viel her aber sie zeugt von einer regional und deutschlandweiten Bedeutung. Leider ist von der Burg am Alten Falkestein so gut wie nichts mehr zu sehen. Lediglich Tafeln halten die Geschichte lebendig.

NIcht von der ersten Stempelstelle des Tages entfernt, befindet sich schon der nächste Anlaufpunkt auf dem Weg zum Harzer Wanderkaiser. Die Schutzhütte am namensgebenden Mettenberg (HWN 203) ist bequem zu erreichen und befindet sich mitten im malerischen Selketal. Hier fühlt man sich in einen andere Welt versetzt und muss staunend die Leistung der Selke, über Jahrtausende so ein eindrucksvolles Tal gegraben zu haben, anerkennen.

Im Selketal lebt die größte bekannte baumbrütende Mauerseglerpopulation Deutschlands, aber es ist auch Lebensraum der Wildkatze. Oberhalb des Tales gibt es viele naturnahe Laubwälder, doch im Talgrund überwiegt das als Viehweide oder zur Mahd genutzte Grünland. Röhrichte und Weidengebüsche säumen die Ufer, an denen auch Wasseramseln und Eisvögel brüten.

Stempelstelle 203 der HWN: die Schutzhütte am Mettenberg.

Eine kurze Rast belebte die müden Geister und so ging es mit ausgreifenden Schritten zum nächsten Stempelkasten. Dieser trug die Nummer 204 und markierte einen sehr schönen Ausblick über das eben noch durchquerte Selketal. Der Weg dahin war aber alles andere als einfach. Durch eine kleine Unaufmerksamkeit meinerseits bestand dieser größtenteils aus „querfeldein“ und „mitten durch den Wald“. Allen Strapazen zum Trotz, gelang der Aufstieg und kurze Zeit später bot sich mir dieser Anblick:

Stempelstelle 204 der HWN: Selkesicht an der Ackeburg.

Die Stempelstelle 204 markiert den Ausblick von der ehemligen Ackeburg aus. Diese Burg ist heute nur noch mit viel Fantasie zu erahnen. Zwar sind noch Ställe und ein paar Maueranlagen zu finden, jedoch musste der Großteil der Anlage dem Zahn der Zeit weichen. Nicht vergänglich ist hingegen der Blick auf bzw. in das Selketal. Wieder einmal zeigt hier Mutter Natur erneut, zu welchen Wunder sie in der Lage ist. Weitere Stationen der Tour aber leider ohne Bilder waren die Stempelstellen Rastplatz unterhalb des Clusberges (HWN  205), IV. Friedrichhammer (HWN 179) und die Ruine der Burg Anhalt (HWN 197).

Eines möchte ich nicht unerwähnt lassen. Die Stempelstelle 179 „IV. Friedrichshammer“ ist nicht weit von einem sehr zu empfehlenden Lokal entfernt. Solltet ihr mal in der Gegend sein, besucht unbedingt die Wirtschaft „Am IV. Hammer“ in Mägdesprung. Hier hat Familie Klock in einer alten Scheune, die 1857 aus heimischen Schieferplatten gebaut wurde, im Jahr 2010 einen Waldgasthof errichtet. Das familiengeführte Haus bietet ein Café mit Cafégarten, ein Restaurant mit vegetarischen und veganen Speisen, eine Backstube, Ferienwohnungen und Zimmer. Kurzum, sehr zu empfehlen.