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Die Stadt Stolberg im Harz lohnt sich schon alleine wegen der vielen, teils um 1500 erbauten Fachwerkhäuser. Diese bunten und teilweise krummen Häuschen geben der Stadt ein Flair, dessen man nur noch selten ansichtig wird. Wanderfreunde finden ganz in der Nähe der Stadt, auf dem oberen der sogenannten Bandwege auch noch eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel.

Nach knapp 15 Minuten Fußmarsch erreicht man die Lutherbuche (Stempelstelle 216 der HWN) und kann den Blick über die zu Füßen liegende Stadt schweifen lassen und etwas verweilen.

Luther war im Frühjahr 1525 nach Stolberg gerufen worden, um mit einer Predigt in der Sankt-Martini-Kirche die aufgebrachten Bauern und Bürger zu beruhigen, was ihm allerdings nicht gelang. Bei seinem Aufenthalt, nutzte er offenbar die Gelegenheit, mit seinem Freund Wilhelm Reiffenstein einen ausgiebigen Spaziergang auf den umliegenden Höhenzügen zu unternehmen. Bis heute lebt in Stolberg die Legende fort, Luther habe von dort die Stadt mit einem Vogel verglichen.

In der 1717 veröffentlichten Stolbergischen Kirchen- und Stadthistorie von Johann Arnold Zeitfuchs hat sich dazu folgender Eintrag überliefert: „Als ann. 1525. Freytages nach Ostern Lutherus hier gepredigt / und mit Hr. Wilhelm Reiffensteinen nachgehends auf den Berg spatziret / verglich der Doctor die Stadt gar füglich einem Vogel. Das Schloß / vermeinte er / wäre der Kopff / die 2. Gassen wären die Flügel / der Marckt der Rumpff / die Niedergasse der Schwantz.“

Der Lutherbuche und der umliegende Platz waren schon 1868 als „Lutherplatz“ bekannt und wurden in die Feierlichkeiten anlässlich des 400. Geburtstags des Reformators mit eingebunden. Die jetzige Buche trägt eine hölzerne Tafel, auf welcher der Bezug zu Luther erläutert ist.

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Nicht weit von Stolberg entfernt (ca. 90 Minuten zu Fuß) befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit des Harzes und die Stempelstelle 2015 der Harzer Wandernadel. Das Josephskreuz. Das weltweit größte Eisenkreuz in einer Doppelkonstruktion wird auf der Seite der HWN wie folgt beschrieben: Auf der „Josephshöhe“, dem Südgipfel des Großen Auerbergs (580 m ü. NN) wurde 1896 das heutige 38 m hohe Josephskreuz als Stahlfachwerkkonstruktion aufgestellt. Bereits im 17. Jahrhundert stand auf dem Auerberg ein hölzerner Fachwerk-Aussichtsturm, welcher aber wegen Baufälligkeit im 18. Jahrhundert abgerissen werden musste.

1832 beauftragte Graf Joseph zu Stolberg-Stolberg den berühmten Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel mit dem Entwurf eines neuen Turms. Schinkel entwarf einen hölzernem Turm in Form eines Doppelkreuzes, welcher in 1834 feierlich eingeweiht und nach seinem Auftrag-geber „Josephskreuz benannt wurde. Der Turm besaß keine Treppen und konnte nur mit Leitern bestiegen werden. Im Juni 1880 wurde das Bauwerk bei einem Gewitter so stark beschädigt, dass es abgerissen wurde.

Der Wunsch der Wiedererbauung des Josephskreuzes fand in dem 1886 gegründeten Harzklubzweigverein Stolberg einen innigen Verfechter. In 1896 wurde mit dem Bau des neuen Josephskreuz begonnen und auf die von Schinkel entworfene Doppelkreuzform Bezug genommen. Jedoch wurde der Turm nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms als Stahlfachwerk-konstruktion ausgeführt und Bestandteile des Eifelturms, wie der Rundbogen zwischen den Beinen sogar nachgebaut. Die Kosten von 50.000 Mark teilten sich das Fürstenhaus zu Stolberg und der Harzklub Zweigverein Stolberg.

Nach umfassenden Renovierungen in der Wendezeit und im Jahr 2003 kann man von der Aussichtplattform, welche man über 200 Stufen erreicht einen herrlichen Ausblick über den Harz und hinüber zum Kyffhäuser genießen.

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