Lange hat es gedauert. Das Fordern aus vielen Teilen der Bevölkerung nach einer Kennzeichnung für Lebensmittel hinsichtlich ihrer Qualität bzw. ihren Inhaltsstoffen hat sich gelohnt. Die Ampel für Lebensmittel mit dem peppigen Namen Nutri Score ist beschlossene Sache und wird nach einer Übergangszeit umgesetzt. Grund zum Jubeln ist das aber nur bedingt, denn vorerst geschieht die Kennzeichnung der Lebensmittel auf freiwilliger Basis und ist somit jedem Hersteller selbst überlassen. Zunächst einmal hatte sich die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit aller Kraft ihrer Lobby ihres Amtes gegen eine solche Kennzeichnung ausgesprochen. Klar, nicht alle Produzenten von „Nahrungsmitteln“ wollen ihre Pampe als das gekennzeichnet sehen, was es schlussendlich ist. Pampe. Das Team hinter Spiegel Online hatte dazu einen Artikel gebracht, in dem aufgeführt wird, welche Tricks und Kniffe die ehemalige Weinkönigin angewendet hat um eine Nahrungsmittel-Ampel zu verhindern. Wie ebenfalls auf Spiegel Online berichtet wird, gibt Klöckner ihren Widerstand auf und beugt sich dem Ergebnis einer Bürgerbefragung. Sicherlich nur zähneknirschend.

Die Lebensmittel-Ampel „Nutri Score“ kommt gibt Auskunft über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln. Vorerst leider nur auf freiwilliger Basis.

Nun haben Nahrungsmittelproduzenten also Zeit, den Nutri Score ihrer Produkte errechnen und auf die Packung drucken zu lassen. Der Witz an der Sache ist der, dass die Gesamtbilanz der Inhaltsstoffe des Produktes bewertet wird. So kann bspw. viel Zucker durch ausreichend Ballaststoffe ausgeglichen werden. Dies schlägt sich dann am Ende in einer besseren Gesamtwertung nieder. Meines Wissens nach völlig außer Acht gelassen wird die Erzeugung sowie der ökologische Fußabdruck des bewerteten Produktes. Da hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht.

 

Ähnliche Produkte, andere Bewertung. Der Nutri Score bewertet die Inhaltsstoffe und stellte das Ergebnis grafisch dar (Bildquelle: Chip.de).

 

Wie dem auch sei, ein guter Anfang ist es allemal und nun liegt es (wie so oft) in den Händen der Verbraucherinnen und Verbraucher, ihr Kaufverhalten danach auszurichten und ggf. Lebensmittel ohne Kennzeichnung in den Regalen zu lassen. Weitere Infos haben die Autorinnen und Autoren der Süddeutschen Zeitung für euch.

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