Im letzten Beitrag zur Botanik habe ich es bereits angedeutet, die Gattung Aconitum (Eisenhüte) hat jede Menge Arten. Im Blickfeld des heutigen Artportraits steht daher erneut ein Vertreter dieser Gattung. Diesmal schauen wir uns den Blauen Eisenhut (Aconitum napellus) etwas näher an.

Der Blaue Eisenhut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 50 bis 200 Zentimeter erreicht. Aus einer knollenartig verdickten Wurzel treibt ein steif aufrechter, kräftiger Stängel. Er trägt zahlreiche, dunkelgrüne, dicht stehende, wechselständige Laubblätter. Sie sind fast kahl, gestielt und handförmig fünf- bis siebenfach tief geteilt. Die einzelnen Blattzipfel sind meist 3 bis 7 Millimeter breit. Die oberen Blätter sind weniger gegliedert als die unteren. Insgesamt ist die Blattform sehr variabel. Bei der Bestimmung von Eisenhüten muss schon genau hingeschaut werden. Oftmals sind die relevanten Bestimmungsmerkmale in Form und Farbe sehr variabel.

Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus).

Besonders erwähnenswert ist die Anpassung an Bestäuber. Wie auch schon A. tauricum ist der Blaue Eisenhut eine wahre Futterquelle für Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und CO. Die zygomorph aufgebauten Blüten sind vollkommen an Hummeln angepasst. Das helmförmige oberste Blütenblatt umschließt zwei Nektarblätter. Lange Stiele mit einer Führungsrinne für die Rüssel der Hummeln münden in einem nach außen umgebogenen Sporn, in dem Nektar abgesondert wird. Zwei Blütenhüllblätter auf der Unterseite der Blüte bieten den Hummeln eine Landemöglichkeit. Einen sicheren Hinweis auf die Art gibt, wie so oft, der Standort. Der Blaue Eisenhut bevorzugt kühle und feuchte, nährstoffreiche, auch kalkhaltige Lehm- und Tonböden und helle bis halbschattige Wuchsorte. Die Wildform kommt ebenfalls an Bachufern, auf feuchten Wiesen und an lichten Stellen in Auwäldern vor. Natürliches Hauptverbreitungsgebiet sind die europäischen Gebirge und die höheren Lagen der Mittelgebirge. Vereinzelt ist er auch im Tiefland anzutreffen.

Wie bei jeder Art der Gattung Aconitum gilt auch hier, alle Teile der Pflanze sind hochgiftig. Sie gilt als die giftigste Pflanze Europas. Die Knolle enthält zwischen 0,2 und 3 % Aconitin, je nach Jahreszeit und Größe. Bereits 0,2 g jener bewirken Vergiftungserscheinungen, 2 g sind tödlich. Bei kurzzeitigem Kontakt des Gifts mit der Haut werden die Nervenzellen erregt, sodass sich Wärmegefühl, Brennen und Prickeln einstellen. Bei längerer Exposition geht die Erregung in Taubheit und Lähmung über.

Aconitum napellus

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