Die Probleme Biodiversitätsverlust, Klimawandel und Vermüllung der Landschaft sowie der Meere und Ozeane sind nur wenige Beispiele, die sich aus der Überbevölkerung der Erde ergeben. Ich würde an dieser Stelle aber nicht behaupten wollen, dass zu viele Menschen auf dem Planeten leben und nur ein drastischer Rückgang der Weltbevölkerung die Lösung ist, vielmehr stelle ich mal die These in den Raum, dass zu viele Menschen (gerade in den westlichen Nationen) weit über ihre Verhältnisse leben. So ist der ökologische Fußabdruck eines Europäers ungleich höher als der eines Afrikaners. Das nur mal am Rande.

Ein Forscherteam aus Halle/Saale hat sich nun ebenfalls mit dem Zusammenhang zwischen Bevölkerungszuwachs und Artenschwund befasst und ermittelt, wie sich die Landnutzung auf die biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen auswirkt und vor allem, wie sich diese Auswirkungen über die Jahre verändert haben. Die Weltbevölkerung und Weltwirtschaft wächst. Menschen wollen Konsumgüter und Nahrungsmittel. Dadurch wird immer mehr Land benötigt, Natur wird in Äcker und Plantagen umgewandelt. Draus resultiert ein schleichender Rückgang der Biodiversität in der Kulturlandschaft. Die Forscher haben ermittelt, wie sich die Landnutzung auf die biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen auswirkt und vor allem, wie sich diese Auswirkungen über die Jahre verändert haben. Dabei untersuchten sie, welche Rolle Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum beim Verlust von Biodiversität und Ökosystemleistungen weltweit spielen. Dazu verknüpften die Wissenschaftler Daten zu Vogelbeständen, zur Landnutzung und zur Bindung von CO2 mit ökonomischen Modellen für den Zeitraum zwischen 2000 und 2011.

Ausserdem wollten die Forscher herausfinden, wie stark sich der Welthandel auf Biodiversität und Ökosysteme auswirkt. Fast jeder Kauf eines Nahrungsmittels beeinflusst indirekt die Natur in der Ferne. Für einen Hamburger etwa werden Rinder geschlachtet, die auf südamerikanischen Weiden stehen oder in hiesigen Ställen mit Soja aus Südamerika gefüttert werden. Dafür werden dort Wälder gerodet, die ursprüngliche Artenvielfalt wird zerstört. So lagern die entwickelten Länder 90 Prozent der durch Konsum von Agrarprodukten erzeugten Zerstörungen in andere Erdteile aus. Im untersuchten Zeitraum nahm der Konsum aber auch in anderen Weltregionen rasant zu. Die ausführliche Studie in der Zeitschrift nature ecology & evolution veröffentlicht und ist an dieser Stelle zu finden. Das Ergebnis ist für mich allerdings nicht überraschend. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist eine Verringerung des Bevölkerungswachstums entscheidend, um die Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda umzusetzen. Das käme am Ende sowohl der Gesellschaft als auch der Natur zugute. Gleichzeitig müssten die Industrieländer stärker die Fernverantwortung bei der Zerstörung von Biodiversität berücksichtigen sowie die Auswirkungen der eigenen Klimapolitik.

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