Ging es in einem der letzten Beiträge noch um die aktuellen Zahlen der Wolfspopulation für Gesamtdeutschland, so sind nun die landesweiten Zahlen für Sachsen-Anhalt im Blickpunkt. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert und die Präsidentin des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-​Anhalt, Dr. Sandra Hagel, haben heute die Ergebnisse des Wolfsmonitorings in Sachsen-​Anhalt im Monitoringjahr 2018/2019 vorgestellt. Diesem zufolge hat sich die Anzahl der in Sachsen-Anhalt lebenden Wölfe in den letzten beiden Jahren deutlich erhöht. Grund dafür sind u. a. immer mehr geeignete Gebiete, wie z. B. ehemalige Truppenübungsplätze, welche ideale Bedingungen für den Wolf bieten. Aber auch die immer schwächer besiedelten ländlichen Gebiete des Landes (und da gibt es jede Menge, Tendenz steigend) sind ideale Lebensräume für Meister Isegrim.

Bildquelle: Bericht zum Wolfsmonitoring Sachsen-Anhalt 2018/2019.

Auch liefert der Bericht Zahlen zum Herdenschutz, dem wohl brisantesten Thema, wenn es um Wölfe geht. So wird verdeutlicht, dass mit einem besseren Herdenschutz die Risszahlen weniger werden. Natürlich muss sich in Sachen Herdenschutz noch eine Menge ändern und bspw. die Modalitäten deutlich einfacher werden.

In Sachsen-Anhalt wurden im Laufe des Monitoringjahres 104 Wölfe gezählt, davon 49 Welpen und 17 Jährlinge. Von den Welpen sind sechs tot aufgefunden worden, so dass das Monitoringjahr mit 98 Wölfen abschließt. Diese verteilen sich auf 15 Rudel und zwei Paare.

Die Ministerin erläuterte die aktuellen Zahlen: „Das heißt: Wir können aktuell 98 Wölfe gegenüber 76 Wölfen im Monitoringjahr 2017/18 sicher nachweisen. Zeitgleich ist die Anzahl der Rissvorfälle gesunken: von 62 Übergriffen im vergangenen Monitoringjahr auf 50 in diesem. Hier zeigt sich, dass unsere Strategie aufgeht: Ein erfolgreicher Herdenschutz ermöglicht uns den Schutz der Nutztiere und des Wolfes – ein Tier, das vom Aussterben bedroht ist. Es liegt in unserer Verantwortung, die hier lebenden Wölfe zu schützen und gleichzeitig die Beweidung unserer Kulturlandschaft zu ermöglichen. So geht gelebter Artenschutz.“

christels / Pixabay

Im Vergleich zum Vorjahr mit elf nachgewiesenen Rudeln setzt sich der zahlenmäßige Zuwachs von vier Rudeln wie folgt zusammen: in drei Gebieten mit bisher unklarem Status wurden die Rudelnachweise erbracht. Ein Rudel – im Steckby-Lödderitzer Forst – ist hinzugekommen. Außerdem wurden zwei Paare in Tangerhütte und Havelberg nachgewiesen. Die drei Gebiete mit unklarem Status im Vorjahr, die in diesem Monitoringjahr aufgeklärt wurden, sind: Haldensleben, Stresower Heide und Coswig. Zwei Gebiete bleiben weiterhin Suchräume mit unklarem Status, das heißt, hier liegen zwar regelmäßig Wolfshinweise vor, eine abschließende eindeutige Definition als Territorium ist aber nicht möglich.

Grenzübergreifend leben zudem 29 Individuen, die von den Nachbarbundesländern gezählt werden. Das bedeutet, dass 127 Wölfe (Adulte und Jährlinge und Welpen) insgesamt belegbar Sachsen-Anhalt belaufen. Von den Fachleuten des Wolfskompetenzzentrums Iden (WZI) werden derzeit 21 von Wölfen genutzte Territorien beobachtet: 15 Rudel in Sachsen-Anhalt und zwei Paarterritorien sowie 4 grenzübergreifende Territorien.

 

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