Hin und wieder entdecke ich Pflazenarten, die mir zwar bekannt aber nicht sehr oft unter die Augen kommen. Meistens handelt es sich dabei um kleinere Pflanzenarten. In der Regel gelingen solche Entdeckungen nur durch genaueres Hinsehen. Botanisiere ich einen bekannten oder unbekannten Standort, so schaue ich nach dem ersten Überblick genauer hin. Dazu krieche ich im wahrsten Sinne des Wortes über die Fläche und nehme mir den Standort Quadratmeter für Quadratmeter vor. Bei solchem akribischen Suchen bleibt der Blick zwangsläufig auch an den kleinsten und unauffälligsten Pflanzenarten hängen. Aktuellstes Beispiel ist die Art, welche ich euch im heutigen Artportrait vorstellen möchte. Die Rede ist von Lappula squarrosa, dem Klett-Igelsamen.

Lappula squarrosa ist eine einjährige bis längerlebige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 10 bis 40, selten bis zu 50 cm erreicht. Der mehr oder weniger aufrechte Stängel sowie die wechselständig angeordneten, ungeteilten Laubblätter sind angedrückt behaart. Ich hoffe, das ist auf dem folgenden Foto deutlich erkennbar.

Lappula squarrosa

Die Blütezeit von Lappula squarrosa reicht in Mitteleuropa meist von Juni bis Juli und manchmal bis Oktober. Der Blütenstand ist eine Thyrse. Die Blütenstiele bleiben nach der Blütezeit aufrecht und sind viel kürzer als der schalenförmige bis zylindrische Kelch. Die trichterförmige, radiärsymmetrische, verwachsenblättrige Krone von Lappula squarrosa ist von blauer bis weißlicher Farbe und 3 bis 4 mm lang. Die Kronröhre ist gerade und die Kronzipfel stehen mehr oder weniger ab. Es sind fünf Staubblätter sowie ein vierteiliger, oberständiger Fruchtknoten vorhanden. Der Griffel entspringt an der Basis des Fruchtknotens.

Lappula squarrosa

Die Frucht zerfällt in vier einsamige Teilfrüchte (Klausen). Die Teilfrüchte weisen an den Kanten je zwei bis drei Reihen 1 bis 1,5 mm langer Stacheln mit einem ankerförmigen Widerhaken am oberen Ende auf. Alle Stacheln sind ungefähr gleich lang. Lappula squarrosa hat sein natürliches Verbreitungsgebiet in Mittel-, Ost-, Südost-, Südwest- und Nordeuropa sowie in Westasien, im Kaukasus, in Sibirien, Mittelasien, der Mongolei und in der Volksrepublik China. Im deutschsprachigen Raum ist die Art nur in Österreich und der Schweiz indigen. In Deutschland kommt sie als Archäophyt nur im Mitteldeutschen Trockengebiet zerstreut vor, in den anderen Wärme- und Trockengebieten nur selten und teilweise unbeständig.

Lappula squarrosa

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