Stammleser wissen, dass der Ausdruck „durch Feld und Flur“ ganz gerne von mir verwendet wird (beinahe hätte dieses Blog so geheißen), gefällt er mir doch ausgesprochen gut. Gestern wurde mir einmal mehr bewusst, dass dieses Spruch genau meinen liebsten Zeitvertreib widerspiegelt. Ich bin momentan in der glücklichen Lage, die wertvollen Biotope und noch artenreichen Kleinstflächen von Sachsen-Anhalt kartieren zu dürfen. Diese „Arche Noahs der Artenvielfalt“ fungieren oftmals als letztes Refugium für gefährdete und stark gefährdete Pflanzenarten. Diese letzten Ansammlungen von botanischen Schätzen befinden sich nicht, wie oftmals vermutet, in den entlegensten Winkeln des Landes, sonder direkt vor unserer Haustür in den Agrarlandschaften.Auf Flächen, die für die moderne Landwirtschaft zu unrentabel sind, hatten Flora und Fauna noch einen letzten Rückzugsort gefunden.

Blühende Landschaften

Doch leider sind auch diese letzten Zufluchtsofte im Schwinden begriffen. Die Gründe dafür sind vielfältig, oftmals ist es aber die ausbleibende Nutzung, welche die bunten Blütenpflanzen durch eintöniges Einerlei aus Gräsern und Sträuchern ersetzt. Gestern war wieder ein solcher Kartiertag und es machte erneut viel Freude, all die Farbenpracht zu sehen. Als mich ein plötzlicher Regenschauer überraschte, ich gerade noch so Schutz unter einem alten Kirschbaum suchen konnte und den Geruch von feuchter Erde in der Nase hatte, fühlte ich mich der Natur so nahe wie stets in solchen Momenten. Das sind diese Augenblicke im Leben, in denen ich wunschlos glücklich bin und mir wünsche, diese Erfahrungen und diese Anblick an die nachfolgende Generation weitergeben zu können.

Tragopogon dubius.